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Info-Zelte gegen Euro-Skepsis

02. Apr 2001 16:10, ergänzt 17:02
Tanzende Mäuse, fliegende Schokotaler: Eine neunmonatige Deutschlandrallye soll das Vertrauen der Bürger in den Euro stärken.

BERLIN. Von Augsburg bis Husum, von Görlitz bis Trier - 100 deutsche Städte liegen vor der «Euro-Zelt-Tour». Nicht nur mit Showelementen wie lebensgroßen Mäusefiguren, die mit den Besuchern tanzen wollen, und einer «Schoko-Euro-Wurf-Maschine» soll den Bürgern die neue Gemeinschaftswährung nahe bringen.

Übergroße Euro-Scheine und Info-Broschüren zeigen Interessierten, welches Geld sie ab Januar in Händen halten werden. In einem Computerquiz können Zelt-Besucher ihr Euro-Wissen testen und Preise gewinnen. Start des neunmonatigen Werbelaufs quer durch die Republik war am Montag in Berlin.

Wissenslücken: Aussehen und Umrechnung

Die 1,2 Millionen Mark teure Werbekampagne von Bundesbank, Bundesregierung und der EU ist offensichtlich notwendig: Informationshefte gibt es zwar schon länger, doch das Wissen in der Bevölkerung haben sie offenbar kaum erweitert. «Wie seht er denn aus, der Euro?» sei die häufigste Frage, berichtet Angela Joosten, die bei der Tour dabei ist. Und auch die Vorsitzende des Wirtschafts- und Währungsausschusses im Europäischen Parlament, Christa Randzio-Plath, klagt: «Kaum jemand kann richtig umrechnen».

Zelt-Beraterin Joosten meint, die Einfachheit der Fragen, die gestellt würden, mache sie oft perplex. Außerdem bleiben die Deutschen skeptisch. So sehr Finanzminister Hans Eichel auch gebetsmühlenartig verkündet, der Euro sei «ein Gewinn für uns alle»: Fast zwei Drittel der Bundesbürger hat kein Vertrauen in die neue Währung.

Die Bundesbank will die «Schlafmünzen»

Passanten, die schon die echten Euro-Münzen sehen wollen, muss Joosten auf Anfang September vertrösten. Dann wird das Bargeld vorab an die Banken ausgeliefert, und erst dann sind die goldenen und silbernen Münzen in natura zu sehen. Und die neuen Scheine werde bis zur Einführung des Bargeldes am 1.1.2002 aus Sicherheitsgründen niemand sehen, ergänzte Bundesbankpräsident Ernst Welteke. «Wer vorher eine Euro-Banknote angeboten bekommt, sollte die Polizei informieren.«

Aller Skepsis zum Trotz: Der Euro kommt, ob man will oder nicht. Mit einer Kampagne unter dem Motto «Her mit den Schlafmünzen» will die Bundesbank die Bürger ermuntern, ihre Spardosen bald zu leeren. Eine Studie habe ergeben, dass sechs bis zehn Milliarden D-Mark-Münzen in Privathaushalten gehortet werden.

Dem reibungslosen Start in Deutschland stehe nichts mehr im Wege, sagte Direktoriumsmitglied Edgar Meister: «Das Drehbuch für die Euro-Bargeldeinführung ist fertig». (nz/dpa/AFP)

 
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