netzeitung.deSiemens lenkt bei Uranunfall-Klage ein

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Siemens hat eine Millionenklage abgewendet: Ein angebliches Atomunfall-Opfer forderte Schadensersatz von dem Konzern.

NÜRNBERG. Nach monatelangem Rechtsstreit einigten sich Siemens und das angebliche Uranunfall-Opfer Michael Weber auf einen Vergleich. Demnach wird Siemens die Prozess- und Anwaltskosten in Höhe von rund 100.000 Mark übernehmen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Im Gegenzug zog der ehemalige Leiharbeiter Weber seine Forderung in Höhe von insgesamt drei Millionen Mark für Schadensersatz und Schmerzensgeld zurück.
Kläger nach Uranunfall schwer lungenkrank
Weber war Anfang der Siebziger Jahre bei der damaligen Siemens-Tochter Reaktor-Brennelemente-Gesellschaft (RBG) in Hanau beschäftigt. Sein Arbeitsplatz war eine Mühle, in der Urandioxid fein gemahlen wurde. 1971 soll Weber nach eigenen Angaben durch den Austritt einer Uranstaubwolke schwere Gesundheitsschäden erlitten haben. Seine Lebenserwartung sei um mindestens 30 Jahre verringert worden.

Weber gab an, er sei damals ohne ärztliche Versorgung nach Hause geschickt worden. In der Klageschrift hieß es, eine «umgehende medizinische Versorgung in Form einer Lungenwäsche» hätte die «Erkrankung verhindern können». Eine Behandlung sei aber bewusst unterlassen worden. Der schwer lungenkranke gelernte Schauwerbegestalter ist seit 1981 nicht mehr arbeitsfähig. Siemens hatte stets die Vorwürfe bestritten und Schadensersatzforderungen abgelehnt. (nz/dpa)