Gasstreit: 

netzeitung.deLieferungsstopp trifft Osteuropa

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Ein ukrainischer Arbeiter kontrollier Gasleitungen (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ein ukrainischer Arbeiter kontrollier Gasleitungen
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Erst drehte Russland der Ukraine den Hahn ab, nun meldeten weitere osteuropäische Länder einen Rückgang von russischem Gas. Im andauernden Streit warf der Moskauer Gasmonopolist Gazprom der Ukraine vor, Lieferungen zu manipulieren.

Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hat sich am Wochenende auf Lieferungen an mehrere europäische Länder niedergeschlagen. Polen, Rumänien und Ungarn meldeten einen Rückgang von russischem Gas, das durch Pipelines in der Ukraine gepumpt wurde. Deutschland ist derzeit nicht betroffen. Der russische Gasmonopolist Gazprom warf der Ukraine vor, Verhandlungen zu boykottieren und für den Balkan bestimmte Lieferungen abgezweigt zu haben. Das ukrainische Unternehmen Naftogaz erklärte dagegen, es nutze einen Teil des Gases aus Russland dazu, sein Leitungssystem betriebsbereit zu halten. Gazprom sei verpflichtet, dieses sogenannte «technische Gas» zu liefern.

Der stellvertretende Gazprom-Chef Alexander Medwedew forderte die Ukraine auf, sich an Vereinbarungen zu halten und die Gaslieferungen nicht zu behindern. Sein Unternehmen nutze alternative Routen, die nicht durch die Ukraine gingen, erklärte er am Samstag in Prag. Deren Kapazität sei aber nicht ausreichend. Auf einer Tour durch mehrere europäische Städte versuchte Medwedew, den Kunden die Haltung von Gazprom zu vermitteln.
Thema bei EU-Treffen
Gazprom stoppte am Donnerstag im Streit um unbezahlte Rechungen und künftige Lieferbedingungen alle Gaslieferungen an die Ukraine. Die Entscheidung weckte Erinnerungen an eine Auseinandersetzung vor drei Jahren, als auch die Lieferungen an Westeuropa zeitweise eingeschränkt waren. Beide Seiten bemühen sich inzwischen um europäische Unterstützung. Die EU kündigte am Samstag an, dass der Konflikt Thema beim Treffen der Gaskoordinationsgruppe am Freitag in Brüssel sein soll. Sowohl Russland als auch die Ukraine hätten die Entsendung von Vertretern zugesagt, teilte EU-Sprecher Ferran Tarradellas mit.

Der polnische Gasmonopolist PGNiG registrierte nach eigenen Angaben am Freitag um 17.00 Uhr MEZ einen Rückgang der Gaslieferungen um etwa sechs Prozent. Das rumänische Unternehmen Transgaz meldete sogar einen Rückgang um 30 bis 40 Prozent. Die Versorgung in Deutschland war weiter unberührt. «Es liegen dem Bundeswirtschaftsministerium im Moment keine Meldungen vor, dass weniger Gas ankommt», sagte eine Ministeriumssprecherin am Samstagvormittag der Nachrichtenagentur AP. (AP/nz)