netzeitung.deNeuer Markt vor großer Pleitewelle

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Dem Neuen Markt stehen offenbar größere Turbulenzen bevor. Fondsverwalter rechnen mit zwei Dutzend Unternehmen, die in den kommenden Monaten vom Kurszettel der Wachstumsbörse verschwinden.

FRANKFURT (MAIN). Die Analysten der Union Investment, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken, rechnen mit einem starken Anschwellen der Pleitewelle an der deutschen Wachstumsbörse. Die momentane Kursschwäche lade jedoch vermehrt Anleger zum Wiedereinstieg ein, sagte Pressesprecher Michael Sylvester. Am Neuen Markt sei ohnehin ein langer Atem gefragt, mehr als zehn Prozent an Wachstumswerten im Depot auch nicht empfehlenswert.
Bis Ende 2001 sieht die Fondsgesellschaft den Nemax All Share-Index bei 5.000 Punkten. Zurzeit steht das Börsenbarometer bei 3.150 Zählern.
Bereinigung des Marktes
Doch vor dem Aufschwung am Neuen Markt werden nach Auffassung von Union Investment zwei Dutzend Unternehmen ausgesiebt. Insbesondere Firmen, die auf aufwendige Marketingmaßnahmen angewiesen sind, um überhaupt Umsätze zu erzielen, seien in ihrer Existenz bedroht. Das sagte Geschäftsführer Rüdiger Ginsberg auf der Jahrespressekonferenz der Union Investment am Montag in Frankfurt. Darunter fielen Internet-Portale, die bisher keine Marke bilden konnten, Internet-Service-Provider und kleinere Telekomgesellschaften. «Ganz oben auf der Liste der bedrohten Geschäftsmodelle stehen aber auch einzelne Software-Hersteller und die Produzenten von zweitklassigem Telekom- und Netzwerkequipement», vermutete Ginsberg.
Frühere Schätzungen übertroffen
Die Union Investment habe Unternehmen mit zweifelhaften Geschäftsmodellen ohnehin nicht in ihre Fonds aufgenommen, sagt Pressesprecher Michael Sylvester.
Die Fondsgesellschaft lege sehr harte Kriterien an die Firmen an und liege mit ihren Pleite-Prognosen daher deutlich über den Schätzungen anderer Häuser. Das Münchener Bankhaus Merck Finck & Co. geht davon aus, dass in den kommenden zwölf Monaten knapp drei Prozent der Unternehmen am Neuen Markt zahlungsunfähig werden. Das wären rund zehn Firmen. «Die anderen Banken verfolgen ihre eigenen Interessen», begründet Sylvester die unterschiedlichen Schätzungen. Bislang haben mit Gigabell und Teamwork zwei Unternehmen ein Insolvenzverfahren eingeleitet.


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