Netzeitung Logo

 
DruckenVersenden
 

Trotz weltweiter Finanzkrise: 

So legen Sie Ihr Geld sicher an

01. Okt 2008 16:11
Hilfe! Wohin mit dem Geld?
Bild vergrößern
Während Staaten und Banken mit Milliarden jonglieren, ist die Verunsicherung groß. Viele Menschen haben Angst, dass auch ihr Gespartes verschwinden könnte. Die Netzeitung verrät, wo Ihr Geld gut aufgehoben ist.

Das Vertrauen in die Banken ist erschüttert. Wenn im Zuge der Finanzkrise von Pleiten und Milliardenverlusten die Rede ist, fragt sich auch der private Bankkunde hierzulande: Ist mein Geld sicher bei der Bank? Kann ich alles verlieren, wenn ich jetzt nicht handle? Wo kann ich überhaupt noch investieren, wenn ich mein Geld nicht unter der Matratze aufbewahren will?

Wie sicher ist mein Girokonto?

Kunden, die ihr Geld als Tages- oder Festgeld, auf einem Girokonto oder Sparbuch, anlegen, können beruhigt sein. Diese sogenannten Bankeinlagen sind, sollte es zu einer Pleite der Bank kommen, abgesichert. Dabei deckt die gesetzliche Sicherung 90 Prozent des angelegten Kapitals, jedoch maximal nur 20.000 Euro ab. Für die restlichen 10 Prozent und das Kapital, das über die Obergrenze hinaus geht, bürgt der Einlagensicherungsfonds der Banken.

Bei den Privatbanken deckt dieser Einlagensicherungsfonds für jeden Kunden Kapital in Höhe von 30 Prozent des Eigenkapitals der Bank ab. Bei kleinen Privatbanken betragen die Garantiesummen bereits schon mehrere Millionen Euro. Das heißt: Liegt die Sicherungsgrenze der Bank bei zehn Millionen Euro, wird – falls das Vermögen des einzelnen Kunden nicht größer als zehn Millionen Euro ist – jeder einzelne Cent erstattet. Bei der Deutschen Bank liegt diese Sicherungsgrenze beispielsweise bei 7,5 Milliarden Euro.

Das Geld aus dem Einlagensicherungsfonds kommt aus einem Zusammenschluss aller namhaften Privatbanken, die in diesen Fonds einzahlen und sich so gegenseitig absichern. Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass mehrere große Privatbanken pleite gehen und das Geld im Fonds nicht ausreicht, ist davon auszugehen, dass dieser mit staatlichen Mitteln ausgeglichen wird.

Wer sein Geld bei einer Sparkasse oder einer Genossenschaftsbank angelegt hat, ist auf der ganz sicheren Seite. Durch die institutseigene Sicherung wird die Pleite eines Mitgliedsinstituts prinzipiell von vornherein verhindert. Im Fall der Fälle wird das eigene Kapital durch einen Garantiefonds zu 100 Prozent abgedeckt.

Zertifikate, Aktien, Fonds – welche Geldanlagen sind sicher?

Zertifikate sind es auf keinen Fall. Sollte die Bank, bei der man die Zertifikate erworben hat, zusammenbrechen, ist das Geld womöglich verloren, denn der Einlagensicherungsfonds deckt diese Anlagen nicht ab. Die Zertifikate gehören nämlich zur Konkursmasse der Bank, ihr Verbleib ist somit ungewiss.

Aktien und Fonds gehören indes nicht zum Insolvenzvermögen einer Bank und bleiben somit im Falle einer Insolvenz der Bank als Sondervermögen beim Kunden. Dennoch sind sie gerade während der jetzigen Finanzkrise eine riskante Anlageform, da die Kurse an den Börsen rauf und runter gehen.

Wer bereits über ein breit gefächertes Portfolio verfügt, sollte jetzt nicht überstürzt verkaufen und stattdessen warten, bis sich die Lage beruhigt hat. Auch wenn die Kurse zurzeit niedrig sind, sollten risikofreudige Anleger aufpassen. Die Kurse können auch noch weiter fallen.

Ich will auf Nummer sicher gehen. Wo soll ich anlegen?

Wer sein Geld beim Staat in Form von Bundesschatzbriefen anlegt, trägt gar kein Risiko, denn der Staat bürgt mit seinem Vermögen und Steuereinkommen. Und er kann im Gegensatz zu Banken nicht pleite gehen. Die Tagesgeldanleihe des Bundes ist derzeit gut verzinst, und das Geld ist jederzeit verfügbar.

Welche Risiken gehe ich bei Krediten ein?

Wenn der Bankkunde regelmäßig und pünktlich seine Raten zahlt, ist er während der Zinsbindung sicher. Schafft er das nicht, muss er womöglich mit enormen Zinssteigerungen rechnen.

Problematisch ist auch, dass die Banken in der momentanen Krise dazu tendieren, mangelhaft getilgte Kredite an andere Institute zu veräußern. Aber auch wenn der Vertragspartner dann ein anderer ist, ändert sich nichts am Inhalt des Kreditvertrages. Grundsätzlich sehen Experten den Immobilienmarkt hierzulande als sicher an. Ähnliche Entwicklungen wie in den USA, mit überhöhten Immobilienpreisen und leichtfertigem Verteilen von Krediten, habe es nicht gegeben.

Ich habe in eine Lebensversicherung eingezahlt. Kann ich diese nun verlieren?

Wer bei einer deutschen Versicherung eine Lebensversicherung abgeschlossen hat, braucht sich keine Sorgen machen. Hierzulande gelten strenge gesetzliche Vorgaben. Rund 80 Prozent des Kapitals, was den Versicherern durch ihre Kunden zur Verfügung steht, wird in festverzinsliche Wertpapiere angelegt. Handel mit strukturierten Finanzprodukten, die während der US-Immobilienkrise stark an Wert verloren haben, findet nur in geringem Maße statt und hat keine Auswirkungen auf deutsche Versicherer.

Vom Auf und Ab an den Börsen sind deutsche Versicherer ebenso wenig betroffen. Auch wenn Geld der Kunden teilweise auch in Aktien angelegt wurde, die von der Krise betroffen sind, wird kein größerer Schaden entstehen. Gerade einmal zehn Prozent des verfügbaren Kapitals legen deutsche Versicherungen in Aktien an.

Wer also seit geraumer Zeit in eine Lebensversicherung investiert hat, hat keinen Grund in Panik zu verfallen. Das Geld, das er eingezahlt hat, wird er durch die Finanzkrise nicht verlieren. Für den Fall, dass ein Versicherer Pleite macht, gibt es immer noch eine Sicherungseinrichtung, die einspringt.

Soll ich in Gold investieren?

Gold gilt gemeinhin als Krisenwährung. Aber nur Gold zum Anfassen. Wer in Goldfonds oder Zertifikate investiert, trägt die Risiken der Papiere. Hübscher Goldschmuck für den Ehepartner ist also mit Sicherheit eine gute Anlage. Vorausgesetzt, dieser will ihn wieder hergeben. (nz)


 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
 
Wirtschaftssysteme rund um den Globus: 
Die Varianten des Kapitalismus
Erwartungen an den Weltfinanzgipfel: 
Große Runde, kleiner gemeinsamer Nenner
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.