Übernahme von Ciba:
Wertvolle Ergänzung des BASF-Portfolios
15.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Ciba-Zentrale in Basel
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das schweizer Unternehmen Ciba stellt Lacke, Kunststoffadditive und Papierchemie her - genau das fehlt dem deutschen Chemieriesen BASF in seiner Produktpalette. Deshalb legte er ein großzügiges Angebot vor.
Der BASF-Konzern übernimmt den Schweizer Spezialchemieanbieter Ciba für rund 3,8 Milliarden Euro (6,1 Milliarden Schweizer Franken). Wie Ciba-Verwaltungsratspräsident Armin Meyer am Montag erklärte, hat das Führungsgremium des Basler Unternehmens den Aktionären empfohlen, das von BASF angekündigte Übernahmeangebot von 50 Franken pro Aktie anzunehmen.
Die Übernahme werde das profitable und nachhaltige Wachstum der BASF weiter beschleunigen, sagte der Vorstandschef des Chemiekonzerns, Jürgen Hambrecht, in einer Telefonkonferenz für Analysten. Die Stärken von Ciba in den Bereichen Kunststoffadditive, Lacke sowie Papier- und Wasserchemie seien wertvolle Ergänzungen des BASF-Portfolios. Mit Hilfe des Know Hows der Schweizer Firma könne der Ludwigshafener Konzern seine Stellung in den genannten Produktbereichen deutlich verbessern.
13.000 Mitarbeiter in 120 LändernCiba hat im vergangenen Jahr rund vier Milliarden Euro Umsatz gemacht. Das Ebit vor Sondereinflüssen belief sich nach BASF-Angaben auf 336 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt rund 13.000 Mitarbeiter in 120 Ländern. Das Übernahmeangebot von 50 Schweizer Franken in bar liegt um 32 Prozent über dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Das Angebot entspricht einer Prämie von 64,3 Prozent im Vergleich zum Durchschnittskurs der Ciba-Aktie in den letzten 60 Handelstagen.
Die Angebotsfrist soll nach BASF-Angaben am 1. Oktober beginnen. Bedingung für eine erfolgreiche Übernahme ist, dass mindestens zwei Drittel der Ciba-Aktionäre ihre Titel andienen. Der Verwaltungsrat des Schweizer Unternehmens hat der Übernahme bereits zugestimmt und empfahl den Aktionären, das Angebot anzunehmen.
BASF wiederum erklärte, der Konzern stärke mit der Übernahme von Ciba sein Portfolio und baue seine Spitzenposition in der Spezialitätenchemie weiter aus. Dies sei möglich mit Produkten und Leistungen für eine Vielzahl von Abnehmerbranchen, vor allem in der Kunststoff- und Lackindustrie sowie in der Wasserchemie und im Geschäft mit Papierchemikalien.
Abbau von 2500 Stellen sicherDer Deal dürfte, wie immer bei Übernahmen und Fusionen, mit einem weiteren Stellenabbau verbunden sein. Zum Ausmaß könnten vorerst aber keine Angaben gemacht werden, sagte Ciba-Sprecher Dominik Marbet am Montag auf Anfrage. Der im August 2006 mit der sogenannten operativen Agenda angekündigte Abbau von 2500 Stellen bis Ende 2009 gehe unabhängig von der Übernahme weiter. Ob und wie viele zusätzliche Stellen verloren gehen könnten, sei noch völlig offen, sagte Marbet. (AP)