Über 40 Stunden die Woche:
«Familienfeindlich und gesundheitsschädlich»
15.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Laut der Studie der EU-Agentur zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Dublin (Eurofound) zur «Arbeitszeitentwicklung in der EU» belegt Deutschland im europäischen Vergleich einen Spitzenplatz, wie es in dem Bericht weiter hieß. Nur die Arbeitnehmer in Bulgarien (41,7 Wochenstunden), Großbritannien (41,4) und in Tschechien (41, 2 Wochenstunden) arbeiten demnach in der Praxis länger. Die tatsächliche Wochenarbeitszeit in den EU-Staaten liege im Durchschnitt bei 40 Stunden.
Am wenigsten arbeiteten die Beschäftigten in Frankreich (37,7), Italien (38,4) und Dänemark (38,6). In Deutschland arbeiteten die Arbeitnehmer deutlich mehr als in den Tarifverträgen vereinbart: Die in den Tarifverträgen festgelegte Wochenarbeitszeit liegt in Deutschland bei nur 37,6 Stunden. Viele Beschäftigte müssten aber Überstunden machen, außerdem hätten immer weniger Unternehmen eine Tarifbindung. Darum liege die tatsächliche Wochenarbeitszeit höher als die tarifliche Arbeitszeit.
Besonders betroffen von den langen Arbeitszeiten sind der Studie zufolge Männer. Ihre tatsächliche Arbeitszeit übertreffe die der Frauen im EU-Schnitt um 2,3 Stunden. Kleiner Trost für die Bundesbürger: Die reale Wochenarbeitszeit ist der Studie zufolge zwar lang. Doch auch die tariflich vereinbarten Ferien gehören zu den längsten in Europa. Mit 30 Tagen Jahresurlaub rangiert Deutschland zusammen mit Dänemark auf Rang zwei der Urlaubs-Rangliste. Mehr Ferien gibt es nur in Schweden. Die Arbeitnehmer in Estland und auf Zypern müssen dagegen mit 20 Urlaubstagen auskommen. (AP)

