Energieeffizienz:
Stromsparen – was das Ministerium empfiehlt
04. Sep 2008 12:08
 |  Zum Strom sparen einfach mal den Stecker ziehen | Foto: AP |
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Bis zu 340 Euro im Jahr könnte eine vierköpfige Familie an Strom sparen, wenn sie sich von alten «Stromfressern» trennt. Das hat eine Arbeitsgruppe von Minister Glos errechnet – und gibt dazu Tipps für Autofahrer und Immobilienbesitzer.
Mit modernen Haushaltsgeräten könnten die Verbraucher ihre Stromkosten um rund ein Drittel senken. Das behauptet die von Wirtschaftsminister Michael Glos eingesetzte «Projektgruppe Energiepolitisches Programm» (PEPP). Neben der «Kühlschrankprämie» hat sie noch weitere Maßnahmen entwickelt, die zum Klimaschutz und niedrigeren Stromkosten für den Verbraucher beitragen sollen:
Die besagte «Kühlschrankprämie» soll es im Zuge der «Initiative Weiße Ware» geben. Käufer eines neuen, effizienten Haushaltsgeräts sollen dabei einen einmaligen Energiespar-Bonus von 150 Euro bekommen. Neue Geräte der Effizienzklasse «A++» sollen bis zu 80 Prozent weniger Strom verbrauchen als sogenannte «Stromfresser».
Bis zu 340 Euro im Jahr sparen
Die Regierung will Industrie und Handel vor dem Start der Aktion verpflichten, die Preise nicht zu erhöhen. So soll verhindert werden, dass die Hersteller den Bonus abschöpfen, und stattdessen voll den Kunden zu Gute kommt. Auch soll der Handel die alten Geräte zurücknehmen und entsorgen. Die Aktion soll bis Ende 2012 befristet werden.Im Schnitt trennen sich Verbraucher erst nach 14 Jahren von einem «Stromfresser» und kaufen einen neuen Kühlschrank. Dabei könnte laut PEPP ein Vier-Personen-Haushalt, der sparsame Elektrogeräte der Effizienzklasse «A++» kaufe, die Ausgaben von etwa 900 Euro im Jahr um bis zu 340 Euro senken. Allein mit einem modernen Kühlschrank sollen bis zu 80 Euro im Jahr gespart werden können. Auch wenn es diese Geräte nicht zum Schnäppchenpreis gibt. Auf lange Sicht hin zahlt es sich aus.
Verbraucher sollen mehr Informationen über die Energiepreise erhalten
Die «Aktion Stromsparberatung» soll die Energiekonzerne dazu verpflichten, jedem Kunden eine kostenlose Beratung zum sparsamen Stromverbrauch anzubieten. Freiwillig sollen die Versorger einen Strompass veröffentlichen, damit die Verbraucher auf einen Blick Verbrauch und Sparpotenzial ihrer Geräte erkennen können. Zudem sollen die Verbraucher mehr Informationen über die Energiepreise erhalten. Gibt es Streit mit dem Anbieter über die Rechnung oder Preiserhöhung, soll eine neue «Energie- Schlichtungsstelle» angerufen werden können
Wer als Verbraucher mithilft, Energie zu sparen, soll von den Konzernen einen Bonus erhalten, indem die Stromkonzerne ihren Kunden in Zukunft neue, individuelle Tarife anbieten. So sollen Verbraucher in Tageszeiten, wo wenig Strom verbraucht wird, weniger zahlen als in Spitzenzeiten, wo die Nachfrage besonders hoch ist. Waschmaschine und Trockner könnten dann gezielt eingeschaltet werden.
Mehr Fördergelder für Energiesparmaßnahmen am Haus
Autofahrer sollen künftig im Zuge der «Spritsparinitiative» von Herstellern und Händlern besser aufgeklärt werden, wie sie Sprit sparen können. Dies könnte durch Kurse oder Broschüren passieren. Auch soll eine Sprit sparende Fahrweise bereits in der Fahrschule und in den Fahrprüfungen ein stärkeres Gewicht haben. Auf dem Kassenzettel der Tankstelle könnten Spartipps stehen.Immobilienbesitzer sollen künftig mehr Fördergelder erhalten, um Energiesparmaßnahmen ergreifen zu können. So können sie die Wände neu dämmen, eine Solaranlage installieren lassen oder auch neue Fenster und Heizkessel einbauen lassen. Zur Lösung des «Vermieter-Mieter-Dilemmas» soll ein Gutachten neue Vorschläge machen. Viele Vermieter scheuen hohe Investitionen, weil sie die Kosten nur begrenzt auf die Miete umlegen können.
Wer einen genauen Überblick über Verbrauchsdaten und Preise von Haushaltsgeräten haben möchte, kann sich auf der Internetseite der «Initiative Energie-Effizienz» der Deutschen Energie-Agentur informieren. Dort gibt es auch individuelle Tipps zum Strom sparen im Haushalt. (nz/dpa)