29. Aug 2008 08:33
Es ist keine Woche her, da hat die Lufthansa ihr Interesse an Austrian Airlines bekundet. Nun geht die Einkaufstour weiter und eine belgische Airline soll für mehr Afrika-Verbindungen sorgen.
Das Vorhaben werde Brussels Airlines dabei helfen, ihre strategischen Ziele zu erreichen, erklärte die Fluggesellschaft in Brüssel. Die Gesellschaft wolle ihren Fluggästen ein engeres Netz in Europa bieten und ihr Wachstum in Afrika fortsetzen. Brussels Airlines ist die Nachfolgegesellschaft der staatlichen Fluggesellschaft Sabena, die 2001 Konkurs anmelden musste. Zudem umfasst Brussels Airlines den früheren Billigflieger Virgin Express. 2007 kam Brussels Airlines auf 5,8 Millionen Passagiere und beschäftigte 3000 Mitarbeiter. Zum Vergleich: Lufthansa zählte 2007 im Gesamtkonzern knapp 63 Millionen Passagiere und hat mehr als 100 000 Mitarbeiter.
Erst Mitte vergangenen Jahres hatte Lufthansa die Übernahme der Schweizer Swiss abgeschlossen. Ende 2007 hatte sie zudem den Einstieg beim US-Billigflieger JetBlue verkündet. Anfang dieser Woche erklärte die Lufthansa offiziell ihr Interesse an der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines. In Großbritannien ist Lufthansa an British Midland beteiligt und könnte ihren Anteil dort aufstocken.
Brussels Airlines ist bislang in keiner Luftfahrtallianz und fliegt von der Drehscheibe Brüssel Ziele in Europa und Afrika an. Vor allem das Afrika-Geschäft dürfte das Lufthansa-Programm gut ergänzen.
Der belgische Luftfahrt-Experte Paul Roosens bewertete das Zusammengehen positiv. «Die Star Alliance, zu der Lufthansa gehört, ist eine der großen in der Branche», sagte der Professor für Luftverkehrswirtschaft an der Universität Antwerpen der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Auf Dauer wäre die belgische Fluglinie mit ihrem Geschäftsmodell in Schwierigkeiten geraten. Sie biete, wie andere Airlines, niedrige Preise für ihre meisten Flüge an, könne diese aber nicht mit hohen Tarifen für Langstreckenflüge querfinanzieren: «Brussels Airlines hat nur ihre Flüge nach Afrika.» Auch für den Brüsseler Flughafen sei die Übernahme eine gute Neuigkeit, fügte Roosens hinzu. Die Lufthansa sei an Brüssel als Drehkreuz für internationale Verbindungen interessiert.
Der Einstieg in Belgien soll formal über eine Kapitalerhöhung der Muttergesellschaft SN Airholding erfolgen. Durch die Übernahme von zunächst weniger als 50 Prozent wäre dann gesichert, dass die wichtigen Landerechte an außereuropäischen Flughäfen nicht verfallen. Nach Neuverhandlungen über die Rechte könnte
Der Einstieg steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung von Gremien und Kartellbehörden. (dpa)