Schlechtes aufmotzen mit toller Tischdekoration: 

netzeitung.deDeutsche essen gerne «billigen Mist»

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Die deutsche Schnäppchenmentalität mag kein teures Gemüse (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die deutsche Schnäppchenmentalität mag kein teures Gemüse
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ratatouille aus frischem Gemüse ist ein seltener Exot im Gegensatz zu dem inflationär eingesetzten Flachbildschirmen. Den Deutschen fehlt die Sinnlichkeit, moniert Meisterkoch Klink.

Meisterkoch Vincent Klink hat keine gute Meinung von der Einstellung der Deutschen zum Essen: «Wir geben von allen europäischen Nationen am wenigsten für Lebensmittel aus und neigen eher dazu, Schlechtes aufzumotzen - billiger Mist, aber die tollste Tischdekoration. Mit Sinnlichkeit hat das überhaupt nichts zu tun», wird er in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Zeit Wissen» zitiert.

Die «Schnäppchenmentalität» der Deutschen beim Essen sei fatal, meinte der Koch. In Deutschland würden Zucchini zum Beispiel erst geerntet, wenn sie den Umfang einer Keule hätten. «Dass sie dann schmecken wie ein Schwamm, ist egal. Hauptsache, man kriegt etwas fürs Geld.»

Falsche Prioritäten
Klink findet, die Deutschen setzten falsche Prioritäten: «Für Flachbildschirme ist ja Geld da.» Aber auch wer wenig Geld habe, könne gut und preiswert essen, wenn er sich nach der Saison richte. Er beklagte: «Wir haben es immer seltener mit unverarbeiteten Lebensmitteln zu tun». Dadurch komme die Sinnlichkeit beim Essen viel zu kurz.

Dazu passt die neueste Erhebung des Deutsche Tiefkühlinstitutes: Tiefkühlgemüse steht bei den Bundesbürgern hoch im Kurs. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag im vergangenen Jahr bei 5,6 Kilogramm. Vor gut zehn Jahren waren es noch 4,6 Kilogramm. Der Gesamtverbrauch von tiefgekühltem Gemüse lag 2007 mit fast 464.000 Tonnen rund 1,9 Prozent höher als im Jahr zuvor.

Immerhin: Besonders beliebt unter den Verbrauchern ist das naturbelassene Gemüse mit über 255.000 Tonnen. Aber auch Gemüsezubereitungen wie Pfannen- und Buttergemüse wurden den Angaben zufolge stärker nachgefragt. Zumindest die Sinnlichkeit des Abschmeckens scheint also noch gerettet. (AP)