Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Aus Angst vor der Inflation: 

Zentralbank hebt Leitzins an

03. Jul 2008 14:33
Die Europäische Zentralbank beschließt die Anhebung des Leitzinses
Bild vergrößern
Der Präsident der Zentralbank Trichet begründet den Schritt mit der zuletzt extrem gestiegenen Inflationsrate im Euroraum. Nicht alle sind davon begeistert.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich das Ziel Preisstabilität auf die Fahnen geschrieben - doch davon kann derzeit nach EZB-Definition keine Rede sein. Die Inflation im Euroraum steht inzwischen bei vier Prozent, angestrebt wird ein Wert von knapp unter zwei Prozent.

Die Notenbank hat jetzt reagiert, um gegenzusteuern: Unter Führung ihres Präsidenten Jean-Claude Trichet hat sie die Zinsen um 0,25 Punkte auf 4,25 Prozent heraufgesetzt. Trichet hatte bereits nach der Sitzung des EZB-Rates Anfang Juni erklärt, er schließe eine kleine Anhebung in der nächsten Sitzung nicht aus.

Der EZB-Präsident warnte daher auch vor Nachlässigkeit im Umgang mit der Inflation. «Wir Notenbanker tragen eine große Verantwortung. Wenn wir nicht entschlossen sind, besteht das Risiko, dass die Inflation explodiert. Wenn wir entschieden handeln, dann können wir die Situation meistern», sagt Trichet der «Zeit».

Unternehmensvertreter begrüßen den Schritt

Im Gegensatz zur US-Notenbank, die wegen der Konjunkturabkühlung in Folge der Finanzmarktkrise die Zinsen in mehreren Schritten auf 2 Prozent senkte, hat die EZB die geldpolitischen Zügel seit dem Ausbruch der Turbulenzen im vergangenen Sommer nicht gelockert.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hatte schon vorab den Dreh an der Zinsschraube als das richtige Mittel gegen den rasanten Preisanstieg bewertet. Ein solcher Beschluss wäre «folgerichtig und angemessen», sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der «Frankfurter Rundschau» zufolge.

Inflationsrate könnte dadurch gedrückt werden

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung erklärte, die EZB werde mit dem Schritt ihre Glaubwürdigkeit erhalten. «Handelt sie nicht, besteht die Gefahr, dass die Inflation aus dem Ruder läuft und zu einem späteren Zeitpunkt wesentlich restriktivere Eingriffe notwendig sind», hieß es in der Mitteilung.

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, erklärte im Hessischen Rundfunk, durch höhere Zinsen werde das Sparen attraktiver. «Auf diese Weise haben wir eine Perspektive, dass die Inflationsrate, die wir ja unter 2 Prozent halten wollen, nicht auf diesem hohen Niveau bleiben wird.» Einen möglichen Dämpfer für die Wirtschaft müsse man dabei akzeptieren. Walter äußerte sich im SWR besorgt, dass es in Deutschland zu einer Stagflation - also einer Mischung aus schwacher Konjunktur und hoher Inflation - kommen könnte. Schon im kommenden Jahr gebe es in der Bundesrepublik kaum noch Wachstum und gleichzeitig eine Teuerungsrate, die weit vom Ziel unter 2 Prozent entfernt sei. (nz/ dpa/ AP)
 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
 
Großprojekte in Infrastruktur: 
Brasilien umwirbt deutsche Investoren
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.