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Tagesthema Wasser: 

Täglich 44 Liter Wasser ins Klo

24. Jun 2008 13:57
Unser täglich Wasserschlucker: Das Klo.
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Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 126 Litern am Tag liegt Deutschland beim internationalen Vergleich im Mittelfeld. Bedenklich ist hingegen die Verwendung: Das meiste Trinkwasser geht für die Toilettenspülung drauf.

In den vergangenen 100 Jahren hat sich der internationale Wasserverbrauch fast verzehnfacht. Damit ist der Bedarf schneller gestiegen als die Bevölkerungszahl. Nach Angaben der Welthungerhilfe werden zwei Drittel der weltweiten Wassermenge für die Landwirtschaft genutzt, vor allem in Asien und Afrika. Etwa 20 Prozent verbraucht die Industrie - der Bau eines einzigen Autos benötigt bis zu 20.000 Liter Wasser. Zehn Prozent des Wassers fließen in private Haushalte.

Dabei gibt es enorme Unterschiede zwischen den Ländern und Kontinenten: Während der Verbrauch in afrikanischen Trockengebieten bei täglich etwa 20 und in Indien bei 25 Litern pro Kopf liegt, erreicht er in den USA und Japan 300 Liter pro Tag. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind täglich mindestens 25 Liter zum Trinken, Kochen und für den hygienischen Bedarf nötig.

Australier gießen ihre Gärten mit Abwasser

Die Wasserverteilung ist aber nicht nur eine Frage des Geldes. Das Problem der Dürre trifft auch reiche Länder wie Australien. Selbst den großen Städten, die alle an der Küste liegen, geht inzwischen das Trinkwasser aus. Die restriktiven Vorschriften für den Wasserverbrauch werden immer strenger: Melbournes Bewohner dürfen zum Beispiel nur noch einmal die Woche ihren Garten wässern. Um Wasser zu sparen, benutzen sie Pflanzenfreundliches Waschmittel.

Der weltweite Wasserverbrauch steigt.
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Von solchen umweltfreundlichen Maßnahmen ist das wasserverwöhnte Deutschland weit entfernt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden hier 2004 rund vier Milliarden Kubikmeter Trinkwasser abgegeben. Rund 700.000 Haushalte versorgen sich ausschließlich über ihre eigenen Hausbrunnen.

Norweger verbrauchen am meisten

Aus der öffentlichen Wasserversorgung ergibt sich ein durchschnittlicher Pro-Kopf-Konsum von 126 Litern am Tag. Zum Vergleich: Innerhalb Europas verbrauchen die Norweger mit täglich 260 Litern am meisten. In Deutschland variiert die Menge zwischen den einzelnen Bundesländern sehr stark: In Thüringen etwa werden nur 90 Liter verbraucht.

Auch das Wetter spielt eine wichtige Rolle. In Berlin wurde in den vergangenen Wochen wegen der anhaltenden Trockenheit bis zu 30 Prozent mehr Wasser verbraucht. Allein in den ersten drei Juni-Tagen seien 150.000 Kubikmeter mehr Wasser ins Netz geleitet worden als üblich, sagte ein Sprecher der Berliner Wasserbetriebe.

Duschen statt trinken

Trotz des gestiegenen Verbrauchs sei aber nicht zu befürchten, dass das Wasser knapp werde. Der stärkere Durchfluss würde sogar dafür sorgen, den Wasserpreis stabil zu halten: So könnten die Kosten für die Infrastruktur auf mehr Kubikmeter umgelegt werden.

Mit täglich 44 Litern pro Person geht in Deutschland das meiste Wasser in die Toilettenspülung. Durch die Zwei-Tasten- oder Start-Stop-Technik ließe sich dieser Verbrauch deutlich verringern. Außerdem fließen bei uns jeden Tag 41 Liter in die Badewanne oder Dusche.

80 Prozent mehr Bedarf bis 2025

Lediglich zwei bis drei werden zum Trinken und Kochen verwendet, obwohl theoretisch das gesamte Wasser trinkbar ist. Diese Zahl wirkt absurd angesichts der Tatsache, dass weltweit zwei Milliarden Menschen ihr Trinkwasser nur aus schmutzigen Seen, Flüssen oder Tümpeln beziehen können.

Auch wenn sich der Wasserverbrauch der Deutschen im letzten Jahrzehnt bereits reduziert hat, wird die internationale Nachfrage weiter wachsen.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) rechnet bis zum Jahr 2025 mit Steigerungen von mindestens 20 Prozent in der Landwirtschaft, rund 50 Prozent in der Industrie und sogar 80 Prozent bei den privaten Haushalten. Die Bundesagentur für Außenwirtschaft teilt diese Prognose: Allein in den USA soll der Wasserverbrauch in den nächsten Jahren um jeweils ein Prozent wachsen. (nz)

 
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