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Treibstoffkosten explodieren: 

Air Berlin stellt Langstrecken auf den Prüfstand

29. Mai 2008 13:28
Flüge mit Air Berlin werden wohl teurer werden
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Fliegen mit Air Berlin wird wohl teurer: Das Unternehmen leidet unter den immer weiter steigenden Kerosinpreisen. Die Mehrkosten sollen auf die Kunden abgewälzt werden.

Die Fluggesellschaft Air Berlin erwartet angesichts steigender Treibstoffpreise nur mehr ein positives operatives Ergebnis in diesem Jahr. Wegen der Kerosinkosten rechnet das Unternehmen mit weiteren Mehrkosten von 80 Millionen Euro, wie der Vorstandsvorsitzende Joachim Hunold bei der Vorstellung der Ergebnisse des ersten Quartals am Donnerstag sagte.

Höhere Flugpreise sind demnach absehbar. Ein Teil der gestiegenen Kosten müsse auf die Preise übertragen werden. «Da kommt keiner dran vorbei», sagte Hunold mit Blick auf die gesamte Branche. Auch der Cateringbereich werde auf den Prüfstand gestellt, die Abfertigungsgebühren müssten effizienter werden. Um den steigenden Kosten entgegenzuwirken, will Air Berlin zudem möglicherweise auch mehrere Langstrecken streichen. Genaueres soll in den kommenden Wochen entschieden werden. Bei den Langstreckenverbindungen stehe «alles auf dem Prüfstand», sagte Hunold.

Auch im Kontinentalverkehr würden Strecken gestrichen, bei denen die Gewinnschwelle mittelfristig nicht abzusehen sei. Die Zahl der Flüge auf Strecken mit schwacher Nachfrage soll verringert werden. In den kommenden drei bis vier Wochen werde das Management die notwendigen Schritte im Einzelnen überprüfen und bewerten, kündigte Hunold an.

Entlassungen seien derzeit nicht geplant, weil der Umfang des Maßnahmenpakets noch nicht absehbar sei. Hunold sagte, mit 1350 Dollar pro Tonne Treibstoff sei der Marktpreis gegenüber März um 25 Prozent explosionsartig gestiegen. 88 Prozent des Jahresverbrauchs von Air Berlin seien aber abgesichert.

Noch ist das Ergebnis nicht abzusehen

Hunold sagte, die hohen Treibstoffpreise beeinträchtigten zwar das operative Ergebnis in diesem Jahr. Dennoch gehe Air Berlin von einem positiven Ebit (operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern) aus. Harte Zahlen zu nennen, wäre zu diesem Zeitpunkt aber unseriös, sagte der Vorstandschef. Erst Ende März hatte Air Berlin sein Ziel für den operativen Jahresgewinn auf 73 bis 120 Millionen Euro gesenkt. Es werde nun schwieriger, diese Spanne zu erreichen, teilte das Unternehmen mit. Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer berichtete von zunehmender Konkurrenz für die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft auf den Langstrecken.

Absolut unzufrieden sei das Unternehmen mit den Strecken nach China. Hier machten sich die Tibet-Krise und die verschärften Visa-Bestimmungen bemerkbar. Wegen sinkender Nachfrage hatte Air Berlin bereits angekündigt, zwei seiner fünf wöchentlichen Flüge zwischen Düsseldorf und Schanghai im Juni einzustellen.

Übernahme von Condor nicht aus dem Blickfeld

Im ersten Quartal 2008 wies das Unternehmen einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 67,7 Millionen Euro aus nach 85,0 Millionen Euro in der Vorjahresperiode. Das Minus zu Jahresbeginn sei der «typische saisonale Verlauf», sagte Hüttmeyer. Der Umsatz der Air-Berlin-Gruppe stieg um vier Prozent auf 654,5 Millionen Euro. Die Zahl der Passagiere wuchs um elf Prozent auf 5,83 Millionen, und die Auslastung der Sitzplätze verbesserte sich um vier Prozentpunkte auf 73,3 Prozent.

Hunold stellte klar, Air Berlin werde bei der geplanten Übernahme des Ferienfliegers Condor keinen Rückzieher machen. «Wir verhandeln nach wie vor mit dem Kartellamt», sagte er. Das Bundeskartellamt hatte das Hauptprüfverfahren um weitere zwei Monate bis 11. August verlängert. Air Berlin hatte im September 2007 mitgeteilt, Condor bis Februar 2009 mehrheitlich vom Reisekonzern Thomas Cook übernehmen zu wollen. (AP/dpa)

 
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