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Weniger Jobsucher unterwegs: 

Spürbare Erholung auf dem Arbeitsmarkt

29. Mai 2008 10:56
In diesem Jahr wird es auch deutlich mehr Ausbildungsplätze geben als in der Vergangenheit
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Die Aussichten auf dem deutschen Arbeitsmarkt bleiben gut. Auch wenn die Weltkonjunktur keine positiven Vorgaben mit sich bringt und auch der starke Euro die Wirtschaft zunehmend belastet.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai um 131.000 auf 3,283 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte.

Der deutsche Arbeitsmarkt trotzt dem wachsenden Konjunkturpessimismus. Ungeachtet steigender Ölpreise und des starken Euro entstehen weiterhin neue Arbeitsplätze in Unternehmen. Etwas verzerrt werde die Arbeitsentwicklung im Mai allerdings durch einen statistischen Sondereffekt. Nachdem im April ausgerechnet am Zähltag eine Computerpanne eine korrekte Erfassung der Arbeitslosen verhindert hatte, schlage sich ein Teil des Frühjahrsaufschwungs zahlenmäßig erst im Mai nieder. Die Bundesagentur geht daher davon aus, dass der Rückgang Jobsucher im Mai wegen dieses Effekts um 15 000 bis 20 0000 höher als üblich ausfallen werde.

Bislang schadet die schwächelnde Weltkonjunktur nicht

Der Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld beurteilt die Lage dennoch vorsichtig zuversichtlich: «Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiter in einer guten Verfassung. Aber sie ist schon leicht am bröckeln. Darauf deuten mehrere Frühindikatoren hin», meinte er. Die sich etwas eintrübende Weltkonjunktur und den starken Euro werde der Arbeitsmarkt wahrscheinlich schon in der zweiten Jahreshälfte zu spüren bekommen, schätzt Tuchtfeld. «Wir werden etwas bescheidenere Fortschritte am Arbeitsmarkt haben, aber immer noch Fortschritte», unterstrich er.

Von einem langsameren Abbau der Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten geht auch der Dresdner Bank-Volkswirt Gregor Eder aus: «Die kräftige Aufwärtsentwicklung des ersten Quartals wird sich in den kommenden Monaten nicht aufrechterhalten lassen». Ein Grund ist nach seiner Ansicht auch die Entwicklung am Bau. Wegen der milden Witterung sei auf vielen Baustellen in Deutschland den Winter über durchgearbeitet worden. Nun fehlten die Aufträge, die bei normalem Winterverlauf im Frühjahr für Beschäftigung sorgten.

Facharbeiter händeringend gesucht

Der bereits am Mittwoch veröffentlichte Stellenindex der Bundesagentur weist unterdessen auf eine Fortsetzung des Arbeitsmarkt-Aufschwungs auf hohem Niveau hin. Danach hat die Nachfrage nach Arbeitskräften im Mai nach einer kurzen Stagnation im April wieder leicht angezogen. Dies zeige, dass viele Unternehmen weiterhin neue Arbeitsplätze schafften. Der Indikator für das Angebot offener Stellen ist danach im Mai um drei Punkte auf 240 Punkte gestiegen. Damit lag der BA-X 41 Punkte über dem Vorjahresniveau. Gesucht seien vorrangig gute und hoch qualifizierte Mitarbeiter, betonte die Bundesagentur. (dpa / AP)


 
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