Konsolidierung des Bankenmarktes:
Allianz und Commerzbank bieten für Postbank
22. Mai 2008 16:42, ergänzt 18:26
 |  Darling mit 14,5 Millionen Kunden: Zwei Konzerne greifen nach der Postbank | Foto: dpa |
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Der größte deutsche Versicherer und die zweitgrößte deutsche Bank haben einem Medienbericht zufolge ein Gebot für die Postbank abgegeben. Wenn das geplante Dreierbündnis zustande kommt, erobert es auf Anhieb den Thron.
Die Allianz und die Commerzbank haben nach Informationen des «manager-magazins» ein Angebot für die Postbank im Volumen von rund zehn Milliarden Euro abgegeben. Dies will das Magazin aus Kreisen der beteiligten Unternehmen erfahren haben.
Demnach wollen der größte deutsche Versicherungskonzern und das zweitgrößte Kreditinstitut des Landes einen neuen nationalen Bankenchampion schaffen. Die Allianz will laut Bericht dazu ihre Tochter Dresdner Bank mit der Commerzbank und der Postbank fusionieren. Sprecher von Allianz und Commerzbank wollten den Bericht am Donnerstag nicht kommentieren
Allianz-Tochter hat schon jetzt größtes Filialnetz
Schon jetzt besitzt die Dresdner Bank mit 1074 Filialen das größte Filialnetz aller deutschen Großbanken, die Commerzbank verfügt hierzulande über rund 820 Geschäftsstellen. Allerdings belastete die für mehr als 20 Milliarden Euro erworbenene Dresdner Bank zuletzt das Ergebnis des Mutterkonzerns erheblich.Im März beschloss der Versicherungskonzern die Aufteilung der Dresdner Bank in zwei «marktfähige» Institute - eines für das Privat- und Firmenkundengeschäft und eines für das Kapitalmarktgeschäft und Investmentbanking.
Allianz-Aktionären ist eine Lösung versprochen
Die Allianz hat ihren Aktionären eine Lösung für die schwächelnde Tochter Dresdner Bank in Aussicht gestellt. Konzern-Chef Michael Diekmann bestätigte am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München erstmals Verhandlungen zu der erwarteten Neuordnung in der deutschen Banken-Branche. Diekmann sagte vor rund 4000 Aktionären: «Derzeit finden Gespräche statt, die aber noch nicht das Stadium erreicht haben, dass ich heute darüber berichten könnte.» Er wolle sich nicht näher dazu äußern, auch um die eigene Verhandlungsposition nicht zu schwächen.
Er verdeutlichte aber, dass man derzeit erstmals eine «real erscheinende Möglichkeit eines nennenswerten Konsolidierungsprozesses auf dem deutschen Bankenmarkt» sehe. Die Allianz begrüße diese Entwicklung, so Diekmann
Commerzbank bestätigte Sondierungen
Vor einer Woche hatte Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller - der inzwischen Aufsichtsratschef bei dem Institut ist - auf der Hauptversammlung gesagt, die Bank habe Sondierungsgespräche geführt und werde dies auch in Zukunft tun. Konkrete Ergebnisse gebe es aber nicht, sagte er damals. Zu Spekulation über weitergehende Zusammenschlüsse wollte er sich damals nicht weiter äußern. In jedem Fall ließ sich die Nummer zwei unter den deutschen Banken von ihren Aktionären die Möglichkeit genehmigen, milliardenschwere Kapitalerhöhungen für Zukäufe durchzuführen.
Postbank dank 14,5 Millionen Kunden eine Perle
Die Postbank wiederum zählt mit rund 14,5 Millionen Kunden zu den größten Publikumsbanken der Republik. Die Postbank-Mutter Deutsche Post ist bereit, das Institut zu verkaufen, sieht sich aber selbst nicht unter Zeitdruck. Bis 2009 hat zudem die Bundesregierung noch ein Veto-Recht. Wenn das Angebot, von dem das «Manager-Magazin» berichtet, zustande kommt, wird das Dreierbündnis auf Anhieb den bisherigen Branchenprimus, die Deutsche Bank überflügeln. (dpa/AP)