Gefährliche Potenzmittel:
Tod durch falsche Pille
19.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Bereiteten den Zöllnern früher vor allem Zigaretten, kopierte DVDs, T-Shirts und Taschen schlaflose Nächte, sind die Sorgen heute dringlicher geworden. Zwar zählen Kleidung und Zigaretten weiterhin zu den beliebtesten Fälschungen und verursachen jährlich Milliardenschäden für die Wirtschaft. Aber im Jahr 2007 stieg die Zahl der beschlagnahmten Tabletten und anderer falscher Medikamente um 50 Prozent an.
Im Internet und auf Straßenmärkten lauern weitere Gefahren für die Gesundheit der Bürger. Sie kommen als Tube, Flasche oder Parfümzerstäuber daher. Nach Angaben der Kommission ist die Zahl der sichergestellten, nachgeahmten Kosmetik- und Körperpflegeartikel im Jahr 2007 um das dreieinhalbfache gestiegen. Um die Käufer auf die Gefahren hinzuweisen, soll eine Info-Kampagne gestartet werden. «Wir wollen an Flughäfen Plakate mit Warnungen aufhängen», kündigte Taylor an.
Auf lange Sicht allerdings können die Problem nach Ansicht der Kommission nur durch eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Zoll, Firmen, Hersteller- und Empfängerländern gelöst werden. «Die Zusammenarbeit zwischen Zoll und Unternehmen läuft bereits gut», sagte Kovacs. «Aber es gibt nichts, was nicht noch verbessert werden könnte.» Auch China - das Land, aus dem insgesamt die meisten Fälschungen stammen - kooperiere immer besser mit Brüssel. Auf dem Spiel stehen eben auch profitable europäische Märkte. Kovacs: «Gefälschte Produkte stellen auch eine wirtschaftliche Bedrohung dar, weil sie Firmen und Arbeitsplätze gefährden.» (dpa)

