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Gefährliche Potenzmittel: 

Tod durch falsche Pille

19. Mai 2008 18:17
Nicht überall wo Viagra draufsteht ist auch Viagra drin
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Sie sollen den Blutdruck senken oder das Liebesleben fördern: Medikamente kann man auch im Internet kaufen. Das Problem: viele Medikamente sind gefälscht und können ernsthaften Schaden anrichten.

Die gefälschte Luxus-Tasche ärgert die Designer und Manager bei Louis Vuitton und Co. - der neue Trend unter Produktpiraten allerdings gefährdet nun Menschenleben: Im vergangenen Jahr sind einem Bericht der EU-Kommission zufolge immer mehr nachgemachte Medikamente auf Europas Märkten aufgetaucht.

«Wir stellen neue, alarmierende Tendenzen fest», sagte Steuerkommissar Laszlo Kovacs am Montag in Brüssel. Und weil viele der Fälschungen äußerlich perfekt daherkommen, ruft die EU die Bürger eindringlich zu mehr Vorsicht auf. «Das ist eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit, die Sicherheit und das Leben der Verbraucher.»

Bereiteten den Zöllnern früher vor allem Zigaretten, kopierte DVDs, T-Shirts und Taschen schlaflose Nächte, sind die Sorgen heute dringlicher geworden. Zwar zählen Kleidung und Zigaretten weiterhin zu den beliebtesten Fälschungen und verursachen jährlich Milliardenschäden für die Wirtschaft. Aber im Jahr 2007 stieg die Zahl der beschlagnahmten Tabletten und anderer falscher Medikamente um 50 Prozent an.

Potenz- und Herzmittel

«Die fälschen wirklich alles ohne Hemmungen», berichtete John Taylor von der europäischen Generaldirektion für Zoll und Steuern. Der Renner seien erwartungsgemäß Potenzmittel. «Wir haben aber auch andere Medikamente gefunden, etwa gegen Herzprobleme.» Zahlreiche Mittelchen versprächen Heilung gegen die Knochenkrankheit Osteoporose oder zu hohe Blutfettwerte. Dabei hätten manche Pillen einfach gar keine Wirkung, andere wiederum enthielten krankmachende Stoffe. Dem Apotheker um die Ecke allerdings können Kranke laut Taylor weiterhin vertrauen. «Das meiste davon geht über Internet an die Verbraucher.»

Im Internet und auf Straßenmärkten lauern weitere Gefahren für die Gesundheit der Bürger. Sie kommen als Tube, Flasche oder Parfümzerstäuber daher. Nach Angaben der Kommission ist die Zahl der sichergestellten, nachgeahmten Kosmetik- und Körperpflegeartikel im Jahr 2007 um das dreieinhalbfache gestiegen. Um die Käufer auf die Gefahren hinzuweisen, soll eine Info-Kampagne gestartet werden. «Wir wollen an Flughäfen Plakate mit Warnungen aufhängen», kündigte Taylor an.

Auf lange Sicht allerdings können die Problem nach Ansicht der Kommission nur durch eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Zoll, Firmen, Hersteller- und Empfängerländern gelöst werden. «Die Zusammenarbeit zwischen Zoll und Unternehmen läuft bereits gut», sagte Kovacs. «Aber es gibt nichts, was nicht noch verbessert werden könnte.» Auch China - das Land, aus dem insgesamt die meisten Fälschungen stammen - kooperiere immer besser mit Brüssel. Auf dem Spiel stehen eben auch profitable europäische Märkte. Kovacs: «Gefälschte Produkte stellen auch eine wirtschaftliche Bedrohung dar, weil sie Firmen und Arbeitsplätze gefährden.» (dpa)

 
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