«Die fälschen wirklich alles ohne Hemmungen», berichtete John Taylor von der europäischen Generaldirektion für Zoll und Steuern. Der Renner seien erwartungsgemäß Potenzmittel. «Wir haben aber auch andere Medikamente gefunden, etwa gegen Herzprobleme.» Zahlreiche Mittelchen versprächen Heilung gegen die Knochenkrankheit Osteoporose oder zu hohe Blutfettwerte. Dabei hätten manche Pillen einfach gar keine Wirkung, andere wiederum enthielten krankmachende Stoffe. Dem Apotheker um die Ecke allerdings können Kranke laut Taylor weiterhin vertrauen. «Das meiste davon geht über Internet an die Verbraucher.» Im Internet und auf Straßenmärkten lauern weitere Gefahren für die Gesundheit der Bürger. Sie kommen als Tube, Flasche oder Parfümzerstäuber daher. Nach Angaben der Kommission ist die Zahl der sichergestellten, nachgeahmten Kosmetik- und Körperpflegeartikel im Jahr 2007 um das dreieinhalbfache gestiegen. Um die Käufer auf die Gefahren hinzuweisen, soll eine Info-Kampagne gestartet werden. «Wir wollen an Flughäfen Plakate mit Warnungen aufhängen», kündigte Taylor an.
Auf lange Sicht allerdings können die Problem nach Ansicht der Kommission nur durch eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Zoll, Firmen, Hersteller- und Empfängerländern gelöst werden. «Die Zusammenarbeit zwischen Zoll und Unternehmen läuft bereits gut», sagte Kovacs. «Aber es gibt nichts, was nicht noch verbessert werden könnte.» Auch China - das Land, aus dem insgesamt die meisten Fälschungen stammen - kooperiere immer besser mit Brüssel. Auf dem Spiel stehen eben auch profitable europäische Märkte. Kovacs: «Gefälschte Produkte stellen auch eine wirtschaftliche Bedrohung dar, weil sie Firmen und Arbeitsplätze gefährden.» (dpa)