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Sturm über Deutschland: 

Keine Entwarnung wegen Orkantief «Emma»

01. Mrz 2008 10:03, ergänzt 15:17
Ein zertrümmertes Polizeiauto während des Sturms 'Emma'
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Am Morgen ist ein ICE gegen einen umgestürzten Baum gerast. Zahlreiche Flüge wurden abgesagt. Mehrere Menschen wurden getötet. Die Feuerwehr rät weiter zur Vorsicht.

In Bayern wurde ein 22-Jähriger bei Weßling mit seinem Motorroller von einem Windstoß auf die Gegenfahrbahn gedrückt und prallte auf einen entgegenkommenden Pkw, wie das Polizeipräsidium Oberbayern mitteilte. Obwohl er einen Helm trug, starb er noch an der Unfallstelle. Ein 58 Jahre alter Mann wurde bei Wissen im Westerwald in einem Auto von einem umstürzenden Baum erschlagen. In Österreich kamen mindestens vier Menschen durch den Orkan «Emma» ums Leben. Drei Menschen starben, als Bäume auf ihre Fahrzeuge stürzten. Außerdem wurde ein Urlauber - vermutlich ein Brite aus Manchester - in einem Taxi von einem herabstürzenden Felsbrocken getötet. Mehrere 10.000 Haushalte waren in Österreich ohne Strom.



Bei Brühl ist am Morgen ein ICE gegen einen umgestürzten Baum gerast. Der Zugführer wurde verletzt, die Strecke war stundenlang gesperrt. Zahlreiche Flüge sind ausgefallen. Allein am Flughafen Frankfurt seien mehr als 70 Flüge abgesagt worden, sagte ein Fraport-Sprecher. Am Flughafen Köln-Bonn musste ein Flug aus Amsterdam angesagt werden.

Die Feuerwehren raten den Bürgern wegen Orkantief «Emma» weiter zur Vorsicht. Zwar sei der Sturm zunächst schwächer gewesen als erwartet, Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden, erklärte der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) am Samstag in Berlin. Angesichts der weiter bestehenden Unwetterwarnungen für weite Teile Deutschlands sollten beispielsweise Wälder an diesem Wochenende keinesfalls betreten werden.

Spitzengeschwindigkeiten

In der Nacht wütete «Emma» den Angaben zufolge mit bis zu 150 Stundenkilometern und teils schweren Gewittern über Deutschland. Selbst in den Niederungen registrierten die Meteorologen Böen mit Geschwindigkeiten von 110 Stundenkilometern. Am Vormittag machte sich Tief «Emma» auf den Weg durch Süddeutschland, wie Malewski berichtete.

In den Höhen und besonders am Alpenrand sei mit Windgeschwindigkeiten bis zu 150 Stundenkilometern zu rechnen. Auch in Norddeutschland könne es im Laufe des Tages noch heftige Nachwirkungen geben. Eine Wetterberuhigung sei erst in der Nacht auf Sonntag zu erwarten. Spitzenwerte wurden in der Nacht unter anderem auf dem Broken im Harz und dem Feldberg mit 150 Stundenkilometern gemessen. Die Nordseeküste sei zunächst allerdings glimpflich davon gekommen, in Bremerhaven seien 100 Stundenkilometer registriert worden.

Mehrere Streckensperrungen

Der DFV appellierte zudem an Hausbesitzer und Unternehmen, ihre Liegenschaften nach Abflauen des Orkantiefs unverzüglich in Augenschein zu nehmen. In der Nacht mussten die Feuerwehren vor allem im Westen Deutschlands ausrücken und zahlreiche Sturmschäden beseitigen, wie der Verband berichtete. Feuerwehrleute halfen nach Verkehrsunfällen, beseitigten entwurzelte oder umgeknickte Bäume, räumten umgewehte Bauzäune, Verkehrsschilder, Abfallbehälter und andere Gegenstände von den Straßen und sicherten beschädigte Dächer.

Das Orkantief verursachte am Samstag in den frühen Morgenstunden Schäden am Gleisnetz der Deutschen Bahn. Nachdem es in der Nacht keine Störungen gegeben habe, sei es seit 5:20 Uhr durch den Sturm zu mehreren Streckensperrungen gekommen, sagte ein Bahnsprecher. Die Bahnstrecken zwischen Rheda- Wiedenbrück und Gütersloh sowie zwischen Münster und Osnabrück mussten dauerhaft gesperrt werden. Entwurzelte Bäume hatten die Oberleitungen beschädigt. Dadurch werde es auch im Fernverkehr in den Norden und nach Berlin zu erheblichen Verspätungen kommen. Die Bahnstrecke Duisburg-Düsseldorf wurde ebenfalls zunächst gesperrt. (dpa/AP)

 
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