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Sturmwarnung fürs Wochenende: 

Orkan «Emma» sorgt für Wirbel

29. Feb 2008 11:15, ergänzt 16:39
Eine Kellnerin bindet schon mal Stühle fest
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Unruhe vor dem Sturm: Das Bundesliga-Spiel in Cottbus abgesagt, die Stadtwette von «Wetten, dass. ..?» verlegt, die Bahn bundesweit in Alarmbereitschaft versetzt - das Orkantief «Emma» nähert sich Deutschland.

Schwere Stürme und Gewitter mit Orkanböen werden nach Vorhersage der Meteorologen am Wochenende über Deutschland hinwegfegen. Bei Windgeschwindigkeiten bis zu 135 Kilometern pro Stunde drohten Dachziegel und andere Gegenstände umherzufliegen, warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag.

Aus Sorge vor einem zweiten «Kyrill» wurden zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. «Der Vergleich zu «Kyrill» liegt durchaus nahe», sagte DWD-Experte Ansgar Engel. Der Orkan hatte im Januar 2007 eine Schneise der Verwüstung durch Europa geschlagen. Er erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 202 Kilometern pro Stunde. 47 Menschen starben, 11 davon in Deutschland. Versicherer schätzen die entstandenen Schäden auf 3,5 Milliarden Euro.

Die Feuerwehr rief dazu auf, während der Unwetter am Samstag und Sonntag die Wohnung nicht zu verlassen. «Instabile Bäume und herabfallende Äste gefährden Sie auch in den Stunden danach», erklärten die Experten. Bereits in der Nacht zum Samstag werde das Orkantief «Emma» von Westen her schwere Stürme und Orkanböen nach Deutschland treiben, warnte der Wetterdienst.

Höhepunkt Samstag Nachmittag

Der Höhepunkt der Sturmentwicklung liegt demnach in den Nachmittags- und Abendstunden. «Der Samstags-Spaziergang im Wald kann nur als lebensgefährliches Abenteuer gewertet werden, von dem unbedingt abzuraten ist», sagte der DWD-Meteorologe Ansgar Engel. Im Lauf des Sonntags ziehe der Sturm allmählich nach Osten ab. Wegen der beschädigten Bäume sollten Wälder jedoch auch in den kommenden Tagen gemieden werden.

Für Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen sprachen die Meteorologen Unwetterwarnungen vor Orkanböen aus. Auch Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen warnte der Wetterdienst vor Orkanböen. Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind ebenfalls betroffen. Die Warnungen würden voraussichtlich auf weitere Bundesländer ausgeweitet, kündigten die Experten an.

Der Deutsche Feuerwehrverband rief die Bevölkerung auf, Fahrzeuge an sicheren Orten abzustellen und Keller frühzeitig vor möglichen Überflutungen zu schützen. Gefahrenstellen und Schäden sollten den Rettungskräften unter der Notrufnummer 112 mitgeteilt werden. Bestehe keine akute Gefahr, solle mit Anrufen jedoch bis zum Ende des Unwetters gewartet werden.

Vorsicht beim Fahren

Der Auto Club Europa (ACE) riet besonders Autofahrern zur Vorsicht. «Die Windgeschwindigkeit wird sich der auf Autobahnen empfohlenen Richtgeschwindigkeit von 130 Kilometer pro Stunde annähern. Das ist schon sehr heftig», sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Bei orkanartigen Böen sollten selbst schwere Motorräder beim Parken gegen Umkippen gesichert und Fahrzeuge generell nicht in der Nähe von älteren Gebäuden, Baustellen und Bäumen abgestellt werden. Am besten sei es, Fahrzeuge während des Sturms nicht zu benutzen, empfahl der ACE. Wer dennoch auf die Straße müsse, solle langsam und vorausschauend fahren.

Die Gefahr heftiger Seitenwinde sei besonders beim Passieren von Lärmschutzwänden, Brücken, Waldschneisen, Tunnelausfahrten und Häuserschluchten groß. Autodachträger, Radträger oder Skiboxen sollten demontiert werden.

Bahn mit Service-Hotline

Auch die Deutsche Bahn trifft Vorkehrungen für mögliche Sturmschäden an diesem Wochenende. Mehrere hundert Beschäftigte seien bundesweit in erhöhter Alarmbereitschaft, teilte der Konzern am Freitag in Berlin mit. Sie sollen sich bei Bedarf «in kürzester Zeit» um Reisende kümmern oder Sturmschäden etwa durch umgestürzte Bäume beseitigen. Für Fahrgäste sollte am Freitag um 16.00 Uhr die kostenlose Service-Telefonnummer 08000 99 66 33 geschaltet werden.

Das für Samstag geplante Bundesligaspiel des FC Energie Cottbus gegen den VfB Stuttgart wurde am Freitag nach einer Platzbesichtigung abgesagt.

Thomas Gottschalk musste seine Samstagabendshow «Wetten, dass..?» aufgrund des erwarteten Sturms umbauen. Die Stadtwette wurde von der Innenstadt auf das Messegelände verlegt und die Satellitensender zur Übertragung der ZDF-Show umgebaut. (AP/dpa)

 
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