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Orkan-Chaos in Deutschland und Europa

18. Jan 2007 17:49, ergänzt 21:32
Umgestürzter LKW auf der A71
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In Deutschland sind durch den Orkan «Kyrill» sechs Menschen ums Leben gekommen. Auch in Deutschlands Nachbarländern hat der Sturm tödliche Folgen. Überall steht eine stürmische Nacht bevor.

Das Sturmtief «Kyrill» hat in Deutschland im Laufe des Donnerstag großen Schaden angerichtet. Für Autofahrer, ein Kleinkind, einen Feuerwehrmann und einen alten Mann in Bayern brachte der Orkan die schlimmstmöglichen Folgen: den Tod. Das 18 Monate alte Kind in München starb, als der Wind eine Terrassentür aus den Angeln riss. Die Tür fiel auf das Kleinkind, das wenig später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlag. Die Eltern erlitten einen Schock.

Im Landkreis Augsburg wurde ein 73-Jähriger von einem Scheunentor erschlagen. Nach Polizeiangaben war ein Flügel des massiven Tores durch eine Sturmböe aus den Angeln gehoben worden und hatte beim Umfallen den Mann schwer verletzt. Er starb noch an der Unfallstelle.

In Baden-Württemberg fuhr ein Autofahrer gegen einen umgestürzten Baum und starb, wie die Polizei in Heidelberg berichtete. Die näheren Umstände des Unfalls waren zunächst nicht bekannt. In Nordrhein-Westfalen wurde eine Frau in ihrem Wagen von einem Baum erschlagen.

Durch den Orkan ist am Abend in Groß Rodensleben in Sachsen-Anhalt ein Mensch ums Leben gekommen. Der Mann sei in einer Gaststätte unter einer umstürzenden Wand begraben worden, teilte die Polizei Halberstadt mit. Drei weitere Männer wurden schwer verletzt.

Ein Feuerwehrmann kam bei einem Einsatz in Tönisvorst bei Krefeld ums Leben. Der 39-Jährige wurde nach ersten Erkenntnissen der Polizei von einem entwurzelten Baum erschlagen, als er gemeinsam mit anderen Einsatzkräften versuchte, einen umgestürzten Baum von einer Straße zu räumen.

Stürmische Nacht erwartet

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  • Der Orkan hat die Behörden deutschlandweit in Alarmbereitschaft versetzt. Am Nachmittag hatte das Unwetter mit Sturm und Gewitter für erste Schäden gesorgt. Vielerorts wurden Windgeschwindigkeiten in Orkanstärke gemessen. Für die Nordseeküste wurde eine Sturmflutwarnung ausgegeben.

    Im gesamten Land wurde die Bevölkerung vor Aufenthalten im Freien gewarnt. An vielen Schulen fiel der Unterricht aus. Polizei und Feuerwehr sperrten Brücken und Straßen und warnten vor umstürzenden Bäumen und umherfliegenden Ästen. Baustellen mussten gesichert werden, viele Parks und Zoos blieben vorsichtshalber geschlossen.

    Vor allem die Menschen im Norden richteten sich auf eine stürmische Nacht ein. Am Nachmittag hatte das Unwetter die Küste erreicht. Der Fährverkehr zu den Insel in der Nordsee kam zum Erliegen.

    Tote in Großbritannien

    In Großbritannien sind wegen des Orkans mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten ist der Direktor des Internationalen Flughafens von Birmingham. Der 49-Jährige war mit seinem Auto unterwegs, als Äste eines umgestürzten Baumes durch die Frontscheibe in den Wagen schlugen. Auch zwei andere Autofahrer kamen in Mittelengland durch vom Sturm gefällte Bäume ums Leben. Eine etwa 60-jährige Frau wurde von einer einstürzenden Mauer erschlagen. Unweit von Liverpool rammte eine Feuerwehr im Einsatz ein Auto und tötete den Fahrer.

    26 Seeleute konnten bei einer Rettungsaktion in Sicherheit gebracht werden. Ein Frachter war im Ärmelkanal wegen eines Motorschadens manövrierunfähig geworden.

    Wegen des schweren Wellengangs musste im Ärmelkanal der Fährverkehr zeitweilig unterbrochen werden. Auf den britischen Inseln fielen etliche Zugverbindungen aus. Mehr als 130 Flüge von verschiedenen Flughäfen, darunter London-Heathrow, mussten wegen des Sturms abgesagt werden.

    In den Niederlanden kamen drei Menschen ums Leben. Auf einer Landstraße in der Nähe von Arnheim war ein vom Sturm umgewehter Baum auf ein Auto gestürzt – zwei Insassen starben, ein Mitfahrer wurde eingeklemmt, konnte aber gerettet werden. In Leersum fuhr ein Motorradfahrer gegen einen umgewehten Baum und kam ums Leben.

    Der Schienenverkehr wurde am Abend völlig eingestellt, Tausende Reisende strandeten auf den Bahnhöfen. Straßen verwandelten sich in «Trümmerhaufen», wie ein Sprecher des Verkehrsclubs ANWB sagte. (nz)

     
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