Orkan-Chaos in Deutschland und Europa
18.01.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Im Landkreis Augsburg wurde ein 73-Jähriger von einem Scheunentor erschlagen. Nach Polizeiangaben war ein Flügel des massiven Tores durch eine Sturmböe aus den Angeln gehoben worden und hatte beim Umfallen den Mann schwer verletzt. Er starb noch an der Unfallstelle.
In Baden-Württemberg fuhr ein Autofahrer gegen einen umgestürzten Baum und starb, wie die Polizei in Heidelberg berichtete. Die näheren Umstände des Unfalls waren zunächst nicht bekannt. In Nordrhein-Westfalen wurde eine Frau in ihrem Wagen von einem Baum erschlagen.
Durch den Orkan ist am Abend in Groß Rodensleben in Sachsen-Anhalt ein Mensch ums Leben gekommen. Der Mann sei in einer Gaststätte unter einer umstürzenden Wand begraben worden, teilte die Polizei Halberstadt mit. Drei weitere Männer wurden schwer verletzt.
Ein Feuerwehrmann kam bei einem Einsatz in Tönisvorst bei Krefeld ums Leben. Der 39-Jährige wurde nach ersten Erkenntnissen der Polizei von einem entwurzelten Baum erschlagen, als er gemeinsam mit anderen Einsatzkräften versuchte, einen umgestürzten Baum von einer Straße zu räumen.
Im gesamten Land wurde die Bevölkerung vor Aufenthalten im Freien gewarnt. An vielen Schulen fiel der Unterricht aus. Polizei und Feuerwehr sperrten Brücken und Straßen und warnten vor umstürzenden Bäumen und umherfliegenden Ästen. Baustellen mussten gesichert werden, viele Parks und Zoos blieben vorsichtshalber geschlossen.
Vor allem die Menschen im Norden richteten sich auf eine stürmische Nacht ein. Am Nachmittag hatte das Unwetter die Küste erreicht. Der Fährverkehr zu den Insel in der Nordsee kam zum Erliegen.
26 Seeleute konnten bei einer Rettungsaktion in Sicherheit gebracht werden. Ein Frachter war im Ärmelkanal wegen eines Motorschadens manövrierunfähig geworden.
Wegen des schweren Wellengangs musste im Ärmelkanal der Fährverkehr zeitweilig unterbrochen werden. Auf den britischen Inseln fielen etliche Zugverbindungen aus. Mehr als 130 Flüge von verschiedenen Flughäfen, darunter London-Heathrow, mussten wegen des Sturms abgesagt werden.
In den Niederlanden kamen drei Menschen ums Leben. Auf einer Landstraße in der Nähe von Arnheim war ein vom Sturm umgewehter Baum auf ein Auto gestürzt zwei Insassen starben, ein Mitfahrer wurde eingeklemmt, konnte aber gerettet werden. In Leersum fuhr ein Motorradfahrer gegen einen umgewehten Baum und kam ums Leben.
Der Schienenverkehr wurde am Abend völlig eingestellt, Tausende Reisende strandeten auf den Bahnhöfen. Straßen verwandelten sich in «Trümmerhaufen», wie ein Sprecher des Verkehrsclubs ANWB sagte. (nz)

