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Chronik: Zwei Tage Chaos durch «Kyrill»

18. Jan 2007 17:26, ergänzt 19. Jan 2007 20:38
Feuerwehrleute richten einen umgestürten LKW in Düsseldorf auf
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Mit höchsten Windgeschwindigkeiten ist Orkan «Kyrill» durch Westeuropa gefegt. Stunde um Stunde gab es mehr Schäden, Tote, Stromausfälle. Nun wird aufgeräumt. Das Wichtigste im Überblick.

20 Uhr: Stromausfall in Sachsen-Anhalt

Rund 24 Stunden nach den ersten Stromausfällen durch den Orkan «Kyrill» waren in Sachsen-Anhalt am Freitagabend noch etwa 8700 Haushalte ohne Strom. Betroffen waren vor allem der Landkreis Wittenberg, der Harz und der Norden Sachsen-Anhalts, wie die Stromversorger mitteilten.

17:45 Uhr: Polizei warnt vor Betrügern

Die Magdeburger Polizei warnt vor dreisten Betrügern, die aus dem Sturm Kapital schlagen wollen. Es seien derzeit Kriminelle in der Stadt unterwegs, hieß es, die sich an Haus- oder Wohnungstüren als Handwerker vorstellen und behaupten, Sturmschäden überprüfen zu wollen. Zwei Rentnerinnen seien bereits Bargeld und Sparbücher gestohlen worden.

17 Uhr: Qualifikation in Zakopane verschoben

Der Sturm «Kyrill» hat das Programm beim Skisprung-Weltcup in Zakopane durcheinander gewirbelt. Die für Freitag geplante Qualifikation musste auf Samstag verschoben werden, weil Sturmböen von bis zu 100 Kilometern pro Stunde das Training verhindert hatten.

16:30 Uhr: Schäuble lobt Katastrophenschutz

Bundes- Innenminister Wolfgang Schäuble hat den Einsatz aller Helfer im Kampf gegen die Folgen des Orkans gewürdigt. Nun sei gezeigt worden, «dass der Katastrophenschutz in Deutschland gut aufgestellt ist». Demnach hatte allein der Bund 10.000 Helfer des Technischen Hilfswerks und der Bundespolizei im Einsatz. Hinzu kamen Feuerwehren und Polizei.

16 Uhr: Bahn schätzt 450 Schäden

«Kyrill» hat nach ersten Schätzungen der Bahn bundesweit an 450 Streckenabschnitten Schäden angerichtet. Mit teils schwerem Gerät wurden Gleise geräumt und vor allem zerstörte Oberleitungen repariert. Auf den Bahnhöfen kümmerten sich in der Nacht und am Freitag rund 1000 Mitarbeiter um Fahrgäste, die nicht weiterreisen konnten.

15:30 Uhr: Lehrer-Rat half Mädchen

Dank des guten Ratschlags ihres Lehrers ist ein zehnjähriges Mädchen in Barsinghausen bei Hannover nur knapp dem Orkan entronnen. «Meiner Tochter ist in der Schule gesagt worden, dass sie bei Sturm in den Keller gehen soll», erzählt die Mutter. Nur wenige Minuten, nachdem das Mädchen ihr Kinderzimmer unter dem Dach des Hauses verlassen hatte, krachte das abgerissene Dach eines nahe gelegenen Hochhauses in die Doppelhaushälfte der Familie.

15 Uhr: Kritik an Bahn

Verbraucherschützer haben den Service der Bahn während des Orkans kritisiert. «Es gab viel zu wenig Informationen, wie und wann es nach dem Verkehrsstopp weitergeht», sagte der Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn dem «Tagesspiegel». Viele Fahrgäste hätten sich allein gelassen gefühlt. Auf den Anzeigetafeln hätten oft alte, unpräzise oder sogar falsche Angaben gestanden.

14:28: Wetterdienst registriert Rekordtemperatur

Während der Orkan durch Europa zog, wurden für die Jahreszeit ungewöhnlich hohe Temperaturen gemessen. Laut dem Wetterdienst Meteomedia war es in Wien mit 20 Grad am wärmsten.

13:15 Uhr: Berliner Hauptbahnhof wieder geöffnet

Nach 14-stündiger Sperrung wegen Orkanschäden ist der Berliner Hauptbahnhof wieder geöffnet worden. Es fahren wieder S-Bahnen auf der Hauptstrecke der Stadt. Wann sich der Fernverkehr wieder normalisiert, ist jedoch noch offen.

13 Uhr: Harz schwer beschädigt

In den niedersächsischen Wäldern sind tausende Bäume entwurzelt worden. Auf kleineren Waldstücken des Oberharzes und der Westhänge des Weserberglandes kippten sämtliche Bäume um.

12:30 Uhr: Spammer nutzen Situation aus

Das Interesse der Menschen an Meldungen aller Art zum Orkan «Kyrill» haben auch Spammer ausgenutzt. Wie die finnische IT-Sicherheitsfirma F-Secure mitteilte, wurden hunderttausende E-Mails mit einem Schadprogramm, einem Trojaner, versandt. Dieser infizierte schon mindestens 10.000 Rechner.

12:15 Uhr: «Kyrill» bricht Rekord

Das Orkantief war eines der stärksten der vergangenen zwei Jahrzehnte. «Es spielt in der obersten Liga», sagte Metereologe Manfred Spatzierer vom Wetterdienst Meteomedia. «Kyrill» sei zu vergleichen mit den Orkanen «Lothar» im Dezember 1999 und «Wiebke» im März 1990.

12 Uhr: Stromausfälle fast alle behoben

Die Stromausfälle durch den Orkan sind bei Deutschlands größtem Netzbetreiber RWE weitgehend behoben. Zahlreiche Stromausfälle habe das Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Bayern verzeichnet. Probleme gebe es derzeit noch in Ostdeutschland.

11:45 Uhr: Hauswand weggerissen

Eine komplette Hauswand ist von Orkan «Kyrill» ist im nordbayerischen Wasserlosen bei Schweinfuhrt zum Einsturz gebracht worden. Wie durch ein Wunder wurde der 67 Jahre alte Bewohner des Hauses nicht verletzt.

11:30 Uhr: Bergungsversuch von havariertem Schiff

Nach der Havarie eines Containerschiffs im Ärmelkanal hat die französische Marine ihre Bergungsversuche fortgesetzt. Die Besatzung der «MSC Napoli» hatte das britische Schiff mit 2400 Containern an Bord am Donnerstag aufgegeben, nachdem es im Sturm außer Kontrolle geraten war.

11 Uhr: Taxifahrer ziehen zufrieden Bilanz

Den Taxifahrern überall im Land hat der Orkan viele Fahrgäste beschert. Da irgendwann keine Züge mehr fuhren, mussten viele Menschen auf Taxis umsteigen. Andere flüchteten vor dem starken Regen.

11 Uhr: Tschechien meldet vier Tote

Vier Menschen sind in Tschechien durch «Kyrill» ums Leben gekommen. In Nordböhmen wurde ein 37 Jahre alter Feuerwehrmann von einem Baum erschlagen. In der Nähe von Prag tötete ein umstürzender Baum zwei Autofahrer. Ein weiterer Mann starb bei einem Verkehrsunfall.

10:30 Uhr: Zahl der Toten in NRW gestiegen

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Todesopfer durch «Kyrill» auf fünf gestiegen. Am Morgen starb im sauerländischen Finnentrop ein 22-jähriger Autofahrer, als er mit seinem Wagen auf einen umgestürzten Baum prallte, berichtete das Innenministerium.

10 Uhr: Luftverkehr wieder normal

Nach dem Orkantief hat sich der Luftverkehr in Deutschland wieder normalisiert. Der größte deutsche Flughafen in Frankfurt am Main berichtete am Morgen, Flüge seien wieder uneingeschränkt möglich. Auch die Lufthansa erklärte, der Flugplan können bis auf wenige Ausnahmen eingehalten werden. Am Donnerstag hatte die Lufthansa mehr als 330 Flüge gestrichen.

10 Uhr: Versicherer warten auf Schadensmeldungen

Die deutschen Versicherer können noch keine Angaben zur Höher der Sturmschäden machen. «Wir warten darauf, dass uns Kunden ihre Schäden melden», sagte eine Sprecherin der Allianz. Die meisten Schäden an Autos und Häusern sind laut den Versicherern versichert, da ab Windstärke 8 die Gebäude-, Hausrat- oder Kaskoversicherung einspringen muss.

9 Uhr: Niederlande melden sechs Tote

Sechs Menschen haben in den Niederlanden beim schwersten Sturm seit Jahren ihr Leben verloren. Zudem wurden viele Menschen durch herumfliegende Gegenstände verletzt.

8 Uhr: «Druschba»-Pipeline unterbrochen

In der Ukraine hat «Kyrill» den südlichen Strang der «Freundschaft»-Ölleitung («Druschba») zum Transport russichen Öls in Richtung Westen lahm gelegt. Mehrere Pumpstationen entlang der Pipeline seien von einem Stromausfall betroffen, heißt es.

7:30: Polen meldet vier Tote

Vier Tote, zwölf Verletzte und fast 6000 Einsätze - das ist die Bilanz des Orkans in Polen. Der Sturm fegte mit Geschwindigkeiten von 130 Kilometern in der Stunde über das Land. Auf der Schneekoppe erreichte er sogar 213 Kilometer pro Stunde.

7:15 Uhr: Feuerwehr warnt Frühaufsteher

Auch nach dem Abflauen des Orkans rät die Feuerwehr bundesweit zu Vorsicht. Das gelte vor allem für die Wege zur Arbeit und zur Schule. Viele Gefahren würden erst bei Tageslicht entdeckt. Noch immer gefährdeten Bäume, abgeknickte Äste und lose Trümmerteile Fußgänger und Autofahrer.

7 Uhr: Österreich meldet Sachschäden

Auf den österreichischen Bergen hat der Orkan in der Nacht Spitzen- Geschwindigkeiten von bis zu 166 Kilometern pro Stunde erreicht. Vor allem in den Bundesländern Salzburg, Ober- und Niederösterreich wurden Häuser abgedeckt, Bäume geknickt und Stromleitungen unterbrochen.

7 Uhr: Schweiz meldet «Glück gehabt»

Das Sturmtief «Kyrill» ist auch durch die Schweiz gefegt. Allerdings gab es dort weder Verletzte noch große Schäden, wie die Polizei mitteilte. Orkanstärke wurde nur in den höheren Lagen gemessen.

7 Uhr: Zehntausende ohne Strom

In vielen Regionen sitzen Menschen ohne Strom in ihren Häusern. Die Reparaturen kommen nur schleppend voran.

6:26 Uhr: Bahnverkehr normalisiert sich

Auf den Hauptstrecken in Norddeutschland hat die Deutsche Bahn den Betrieb wieder aufgenommen. Züge sollen am Morgen wieder von Hamburg nach Hannover, Bremen und Berlin fahren.

Die Deutsche Bahn hat zudem ab sofort eine kostenlose Hotline eingerichtet, damit sich die Kunden über die aktuelle Situation aufgrund des Orkans informieren können. Die Hotline ist über die Rufnummer 08000/996633 erreichbar.

Morgens: Feuerwehr warnt vor Sturmschäden

Die Feuerwehr weist Frühaufsteher darauf hin, dass viele Gefahrenstellen wie abgeknickte Äste und lose Trümmerteile erst bei Tageslicht entdeckt werden. Auf dem Weg zu Arbeit und Schule ist Vorsicht angebracht.

Freitag, 3:14 Uhr: Wetterdienst senkt Warnstufe

Für große Teile Deutschlands wird Entwarnung gegeben. Es gilt nun die weniger schlimme Sturmwarnung.

2:45 Uhr: Sturmflutwarnung für Nordseeküste aufgehoben

An der deutschen Nordseeküste droht keine Sturmflut. Als letzte Stadt passierte die Flutwelle gegen 0:30 Hamburg.

23:.55 Uhr: Mindestens acht Tote durch "Kyrill"

Beim Durchzug des Orkans sind in Deutschland mindestens acht Menschen ums Leben gekommen.

22:30 Uhr: Schäden am Berliner Hauptbahnhof

Am Berliner Hauptbahnhof ist durch den Orkan «Kyrill» ein tonnenschwerer Träger heruntergerissen worden. Wie die Feuerwehr mitteilte, drohte auch ein zweiter, ebenfalls mehrere Tonnen schwerer Stahlträger abzustürze. Zahlreiche Einsatzwagen und -kräfte seien zu dem Unglücksort am Washingtonplatz unterwegs. Menschen wurden nicht verletzt.

22:15 Uhr: Bahnhöfe bleiben geöffnet

Die Bahn hat für ihre gestrandeten Reisenden an zahlreichen Bahnhöfen die dort haltenden Züge geöffnet. Da die Hotels in Bahnhofsnähe verbreitet ausgebucht seien, könnten sich die Fahrgäste in der Nacht dann dort aufhalten, sagte Bahnsprecher Gunnar Meyer. Bahnmitarbeiter verteilten auch Gutscheine für Hotels und Taxis. Außerdem wurden die Fahrgäste mit Tee und Decken versorgt. Viele Bahnbeschäftigte arbeiteten auch nach ihrem Schichtende weiter. In Nürnberg wurden Bahnreisende in den Messehallen untergebracht. In Braunschweig wurde ein Aufenthaltsraum eines ehemaligen Bahnhofsrestaurants geöffnet.

22 Uhr: Turnhallen als Unterkunft

Nach dem Ausfall eines Zuges bei Diepholz in Niedersachsen durch den Orkan sind am Donnerstagabend 450 Menschen in der Stadt in Turnhallen untergebracht worden. Nach Polizeiangaben blieb der Zug auf der Strecke wegen eines Stromausfalles stehen und musste in den Bahnhof zurückgezogen werden. In der Notunterkunft wurden die Reisenden von der Feuerwehr verpflegt.

21:30 Uhr: Zugverkehr bleibt behindert

Der Bahnverkehr in Deutschland dürfte nach dem Orkan auch am Freitagmorgen noch massiv beeinträchtigt sein. Das gelte für den Fernverkehr wie den Nahverkehr, teilte die Deutsche Bahn in Berlin mit. Zahlreiche Bahnstrecken seien wegen umgestürzter Bäume und abgerissener Oberleitungen nicht befahrbar. Die Aufräumarbeiten würden die ganze Nacht und teilweise darüber hinaus andauern.

21 Uhr: Feuerwehrmann erschlagen

Ein Feuerwehrmann ist am Abend bei einem Einsatz in Tönisvorst bei Krefeld ums Leben gekommen. Der 39-Jährige wurde nach ersten Erkenntnissen der Polizei von einem entwurzelten Baum erschlagen, als er gemeinsam mit anderen Einsatzkräften versuchte, einen umgestürzten Baum von einer Straße zu räumen.

20:15 Uhr: Autofahrerin in NRW getötet

Eine Autofahrerin in Nordrhein-Westfalen ist Opfer des Orkans geworden. Ein umstürzender Baum traf in Lippstadt den Wagen der 23-Jährigen und tötete die Frau. Die Autofahrerin habe auf der Bundesstraße 55 drehen wollen, weil ein umgestürzter Baum die Straße versperrte, berichtete die Polizei. Dann sei eine etwa 15 Meter hohe Birke auf den Wagen gefallen. Die Frau sei eingeklemmt worden und ihren Verletzungen erlegen.

20 Uhr: Toter in Sachsen-Anhalt

Durch den Orkan «Kyrill» ist am Donnerstagabend in Groß Rodensleben in Sachsen-Anhalt ein Mensch ums Leben gekommen. Der Mann sei in einer Gaststätte von einer umstürzenden Wand erdrückt worden, teilte die Polizei Halberstadt mit. Drei weitere Männer wurden schwer verletzt.

19:20 Uhr: Bahnverkehr eingestellt

Die Deutsche Bahn stellt wegen des Orkans «Kyrill» bundesweit den gesamten Zugverkehr ein. Alle Züge werden in die Bahnhöfe gefahren, sagte ein Sprecher.

19:05 Uhr Bundestagsdebatte abgebrochen

Der Orkan über Deutschland hat auch das Programm des Bundestags durcheinander gebracht. Bei den letzten sechs Tagesordnungspunkten, die das Parlament in den Abendstunden eigentlich noch behandeln wollte, wurden die Reden nur noch zu Protokoll gegeben, damit die Abgeordneten und die Mitarbeiter des Hauses rechtzeitig vor dem nahenden Unwetter nach Hause flüchten konnten.

19 Uhr: Ausnahmezustand in Berlin

Die Berliner Feuerwehr ruft wegen des Unwetters den Ausnahmezustand aus. Im Süden der Stadt werden Windstärken von 110 Stundenkilometern gemessen. Zahlreiche Straßen stehen unter Wasser.

18:15 Uhr: Stromversorgung betroffen

In Thüringen ist die Stromversorgung erheblich beeinträchtigt. Umgefallene Bäume hatten Stromleitungen beschädigt.

18 Uhr : Züge im Norden und Westen gestoppt

Die Deutsche Bahn hat den Verkehr ihrer Züge in Nord- und Westdeutschland wegen des Orkans eingestellt. In Bayern fahren nur die Regionalbahnen.

17:40 Uhr: Bahn stellt Betrieb in NRW ein

Wegen des Orkans hat die Deutsche Bahn den gesamten Betrieb in Nordrhein-Westfalen eingestellt. Fahrgäste wurden an den Bahnhöfen aufgefordert, die Züge zu verlassen.

17:30 Tote in Nordfrankreich

Eine Fahrprüferin ist von einem Strommast erschlagen worden. Starker Wind habe den Mast geknickt und auf das Auto der Fahrschule stürzen lassen, hieß es.

17:30 Uhr: Tote in den Niederlanden

In den Niederlanden sind zwei Menschen durch «Kyrill» ums Leben gekommen. Auf der Landstraße in der Nähe von Arnheim wehte ein umgestürzter Baum auf ihr Auto. Ein Mitfahrer überlebte.

17:30 Uhr: Totes Kind in Bayern

Ein 18 Monate altes Kind ist in München ums Leben gekommen. Der starke Wind riss eine Terrassentür aus den Angeln. Die Tür fiel auf das Kind. Es erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Eltern stehen unter Schock.

17 Uhr: Gespenstische Leere

Auf den Straßen der deutschen Haupststadt herrscht gespenstische Leere. Auch U-Bahnen und Straßenbahnen sind ungewöhnlich leer. Bisher hat der Orkan noch nicht viel mehr angerichtet als Dachziegel von Häusern zu fegen. Doch die Menschen sind vorsichtig geworden, seit im Juli 2002 urplötzlich ein heftiger Sturm sogar Betonklötze vor sich hertrieb.

17 Uhr: Tote in Großbritannien

Der Sturm hat auch außerhalb Deutschlands tödliche Folgen gehabt. In Großbritannien wurde ein 54 Jahre alter Mann in seinem Auto von einem herabstürzenden Ast getroffen. Er starb noch an der Unfallstelle.

17 Uhr: Lkw von Straße geblasen

Wegen umgestürzter Lkw ist die Autobahn A4 von Chemnitz nach Dresden streckenweise gesperrt worden. Zwischen dem Dreieck Nossen und der Abfahrt Wilsdruff wurden drei Lkw von den Orkanböen erfasst und umgeweht.

17 Uhr: Autofahrer getötet

In Baden ist ein Autofahrer ums Leben gekommen. Er fuhr auf einen umgestürzten Baum auf. Der Zusammenprall war tödlich.

16:30: Testspiel abgesagt

Das für den Abend angesetzte Fußball-Testspiel zwischen dem Oberligisten FC Sachsen Leipzig und dem Bundesliga- Verin Hannover 96 ist wegen des Orkans abgesagt worden. Ein neuer Termin steht noch nicht fest.

16:30: WWF warnt vor Klimawandel

Die Umweltschutz- Organisation WWF hat angesichts des Sturms «Kyrill» vor den Folgen des Klimawandels gewarnt.

Auf Haus gestürzter Baum
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Die aktuellen Winterstürme lieferten einen Vorgeschmack auf das Klima der Zukunft, sagte der WWF. Menschen in Deutschland müssten sich auf chaotische Wetterverhältnisse einstellen, wenn nicht weltweit mehr für ein besseres Klima getan werde.

16 Uhr: Große Schäden in den Niederlanden

Auf dem Universitätsgelände von Utrecht ist ein Kran auf ein Gebäude gestürzt. In Zoetermeer bei Den Haag barsten Schaufensterscheiben unter dem Druck des Windes. An mehreren Orten flogen Dachziegel und Äste durch die Luft und gefährdeten Passanten.

15:30: Handballer gebremst

«Kyrill» hat die deutschen Handballer einen Tag vor ihrem WM-Eröffnungsspiel gebremst. Aus Sicherheitsgründen musste der ICE mit der Gastgeber-Mannschaft an Bord auf dem Weg von Bielefeld nach Berlin sein Tempo drosseln.

15:30: Autobahn bei Amsterdam überflutet

Der Straßen- und Flugverkehr in den Niederlanden ist stark beeinträchtigt. Auf dem Amsterdamer Flughafen waren nur zwei der fünf Rollbahnen in Betrieb. Heftige Regenfälle sorgten auf der Autobahn zwischen der Hauptstadt und Utrecht für Überflutungen.

15 Uhr: Chaos im Internet

Die Website des Deutschen Wetterdienstes ist überlastet. Zu viele Menschen wollen sich im Netz über den Orkan informieren.

14 Uhr: Britisches Frachtschiff in Not

Im Ärmelkanal ist ein britisches Frachtschiff in Seenot geraten. 16 Menschen sind an Bord.

13 Uhr: Blumeninsel geschlossen

Wegen des Sturms hat die ganzjährig geöffnete Blumeninsel Mainau im Bodensee ihre Pforten geschlossen. Die Insel wird jährlich von etwa 1 Million Menschen besucht.

12 Uhr: Züge nur langsam

Bahnreisende müssen wegen des Orkans mit Verspätungen rechnen. Die Deutsche Bahn reduzierte das Tempo ihrer Züge. Das Höchsttempo wurde im Fernverkehr auf 200 Kilometern pro Stunde begrenzt.

11 Uhr: Flüge abgesagt

Die Lufthansa streicht Flüge. 14 Verbindungen innerhalb Deutschlands und Europas werden abgesagt. Passagiere können kostenlos auf einen anderen Tag umbuchen.

10 Uhr: Warnung an alle

Alle Menschen in Deutschland werden noch einmal gewarnt, möglichst nicht aus dem Haus zu gehen. Autos sollten nicht unter Bäumen abgestellt werden. Schulen in verschiedenen Bundesländern stellen es Eltern frei, ihre Kinder zu Hause zu lassen.

9 Uhr: THW steht bereit

Das Technische Hilfswerk (THW) steht mit Tausenden Mitarbeitern bereit. 40.000 Männer und Frauen seien im Einsatz, um mit den Folgen des Sturms umzugehen, hieß es.

8 Uhr: Böen in Berglagen

Mit orkanartigen Böen von bis zu 120 Kilometern in der Stunde hat «Kyrill» die Berglagen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erreicht.

7 Uhr: Fähren gestoppt

Der herannahende Orkan hat für Einschränkungen im Fährverkehr an der nordfriesischen Küste gesorgt. Das Bundesamt für Seeschifffahrt erwartet eine Sturmflut.

6 Uhr: Keller vollgelaufen

In Essen stürzen Bäume um. Keller sind überflutet. Starker Regen wird erwartet. Kindergärten haben Ausflüge abgesagt, Schulen wollen den Unterricht früh beenden.

Frühmorgens: Lkw umgestürzt

Auf der Autobahn 1 bei Wildeshausen im Kreis Oldenburg wurde ein leerer Lastwagen mit Anhänger wegen einer Windböe von der Fahrbahn gedrückt.

Donnerstag frühmorgens: Erste Sturmböen

In der Nacht zum Donnerstag hat Orkan «Kyrill» sich mit ersten Sturmböen in Niedersachen und Nordrhein-Westfalen angekündigt. Die Feuerwehr musste mehrmals ausrücken. (nz)

 
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