netzeitung.deOrkan «Kyrill» wütet in Deutschland

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Mädchen fahren gegen den Sturm an (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Mädchen fahren gegen den Sturm an
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mit heftigen Böen macht Orkan «Kyrill» Menschen in Deutschland das Leben schwer. Kein Bundesland bleibt von der zerstörerischen Kraft des Sturms verschont.

Orkans «Kyrill» hat in Deutschland seinen zerstörerischen Weg begonnen. Auf dem 1142 hohen Brocken im Harz wurden Donnerstagmittag Windgeschwindigkeiten von mehr als 160 Kilometern pro Stunde gemessen. Diese könnten noch bis auf 200 Kilometer pro Stunde zunehmen, sagte ein Mitarbeiter der Brockenwarte.

Auch andernorts wurden am Morgen Windgeschwindigkeiten von fast 120 Kilometern in der Stunde gemessen. Spitzenwerte wurden auch auf dem Feldberg im Schwarzwald mit 119 Stundenkilometern gemessen.

Meteomedia wie auch der Deutsche Wetterdienst rechnen ab der Mittagszeit mit Orkan-Böen. Sie sollen sich zunächst über Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen hinwegfegen. Anschließend würden sie vom Nordwesten her südostwärts ziehen und das ganze Land erfassen.

Am Nachmittag erreicht «Kyrill» voraussichtlich die schleswig- holsteinische Westküste. «Wir rechnen etwa ab 16 Uhr mit den ersten orkanartigen Böen», sagte Günter Delfs, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Das bedeute Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern.

Der Nordseeküste droht eine schwere Sturmflut. Das Hochwasser an der nordfriesischen Küste und im Elbegebiet soll in der Nacht zum Freitag 3 bis 3,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser auflaufen. An der ostfriesischen Küste und im Wesergebiet soll die Flut 2,5 bis 3 Meter höher als das mittlere Hochwasser auflaufen.

Über Berlin und Brandenburg werden die ersten heftigen Böen ab etwa 15 Uhr hinwegfegen, sagte DWD-Meteorologe Hans-Werner Poß. Es könnte der heftigste Orkan seit dem Unwetter von 2002 werden. Der Höhepunkt des Orkans sei für den Abend zwischen 21 und 22 Uhr zu erwarten, sagte Voß. Da der Wetterdienst von Windgeschwindigkeiten von bis zu 125 Kilometern pro Stunde und Windstärke 12 ausgeht, wurde bereits in der Nacht eine Unwetterwarnung herausgegeben.

Am Donnerstagmorgen richtete «Kyrill» erste Schäden in Deutschland an. Auf der Autobahn A 1 bei Wildeshausen im Kreis Oldenburg wurde ein leerer Lastwagen von der Fahrbahn gedrückt - vermutlich wegen einer Windböe. In Hannover drohte eine Plakatwand umzustürzen, außerdem löste sich ein Werbeplakat. Bereits am frühen Mittwochabend wurde eine Baustellen-Absperrung gegen ein Auto gedrückt.

Bürger sollen zu Hause bleiben
Meteorologen raten, von Nachmittag an zu Hause zu bleiben und Autos nicht unter Bäumen oder am Meer zu parken.

Der öffentliche Verkehr funktioniert nur stark eingeschränkt: Die Bahn lässt ICEs nur noch 200 Kilometer pro Stunde fahren. Fähren an der nordfriesischen Küste fahren am Donnerstag gar nicht. Und die Lufthansa hat bereits einige Flüge abgesagt. (nz)