netzeitung.deRekordverdächtige Wärme im Januar

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Schlange vor Eiscafe (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schlange vor Eiscafe
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Die Wintermonate sind nach angaben des Deutschen Wetterdienstes deutlich zu warm. Ob Rekorde gebrochen werden, ist noch nicht ganz sicher.

Mit rekordverdächtigen Temperaturen hat der Januar in Deutschland begonnen. Die ersten acht Tage fielen nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach gut sechs Grad wärmer aus als im Durchschnitt für den gesamten Januar. «Das ist schon sehr, sehr außergewöhnlich», sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche am Dienstag. Ein Ende des milden Wetters ist vorerst nicht in Sicht - für Mittwoch werden bis zu 16 Grad prognostiziert. Damit sei für den gesamten Januar eine zu hohe Durchschnittstemperatur absehbar, sagte Kirsche. Auch Dezember und November waren deutlich zu warm. Gewöhnlich ist der Januar der kälteste Monat des Jahres.

Ob allerdings Rekorde gebrochen werden, ist noch nicht ganz sicher, denn noch schließen die Meteorologen einen Kälteeinbruch später im Monat nicht ganz aus. Auch die bisher höchsten Januar-Werte von 19,1 Grad, gemessen am 10. Januar 1991 im Stuttgarter Neckartal und am 11. Januar 1998 in Neubulach (Baden-Württemberg), sind noch nicht erreicht. Mit 4,5 Grad über dem Januar-Mittelwert der Jahre 1960 bis 1990 hält der Januar 1975 den bisherigen Wärmerekord seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen in Deutschland.

Aktuell sorgt die Wetterlage für einen stetigen Warmluft-Import aus subtropischen Breiten nach Europa: Über dem kalten Grönland bilden sich ständig neue Tiefdruckgebiete, die nach Osten ziehen, sich dabei gegen den Uhrzeigersinn drehen und damit feuchte Atlantik- Luft aus Südwesten heranschaufeln. Auch in den nächsten Tagen folgt ein Tief dem anderen. «Es ist kein Ende in Sicht, die Lage ist eingefahren», sagte DWD-Meteorologe Ansgar Engel.

Dennoch sei nicht ausgeschlossen, dass sich der Winter in den kommenden Wochen mit Schnee und Frost meldet. Dazu müsse ein starkes Hochdruckgebiet über Skandinavien entstehen. Hochs drehen sich stets im Uhrzeigersinn und damit könnte trockene Kaltluft aus Nordosten Deutschland erreichen. Möglich wäre auch die Bildung eines Hochdruckgebiets über dem Atlantik, das im Zusammenspiel mit tiefem Druck über Europa Polarluft einströmen ließe.

Sichere Prognosen für den Sommer 2007 lässt das milde Januar- Wetter aus Sicht der Meteorologen nicht zu. Immerhin gebe es Erfahrungswerte. Die so genannte Dreikönigs-Regel - «Ist Dreikönig (6.1.) kein Winter, folgt auch keiner mehr dahinter» - habe eine Trefferquote von 60 bis 65 Prozent, sagte Engel. (nz)