netzeitung.deAutobahn-Vollsperrung nach Wintereinbruch

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Sperrung der A31 (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Sperrung der A31
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In der Nacht zum Samstag haben heftige Schneefälle für chaotische Zustände auf deutschen Straßen und im Bahnverkehr gesorgt. Eine Viertelmillion Menschen sind ohne Strom.

Nach zum Teil chaotischen Zuständen infolge des Wintereinbruchs hat sich die Lage in Deutschland zum Teil entspannt. So ist der Bahnverkehr auf den meisten betroffenen Strecken inzwischen wieder angelaufen. Das sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Dutzende von Zügen vielen ganz oder teilweise aus, etliche hatten zum Teil erhebliche Verspätungen.

Aus Sicht der Meteorologen ist in Deutschland allerdings «das Schlimmste durch», hieß es vom Wetterdienst Meteomedia.

In Nordrhein-Westfalen kam es wegen umgeknickter Hochspannungsmasten zu Stromausfällen, von denen nach Angaben des Stromversorgers RWE etwa 250.000 Menschen betroffen waren.

Katastrophenalarm galt für die westfälischen Kreise Borken und Steinfurt. Dort und im Kreis Coesfeld waren nach Angaben der Bezirksregierung Münster rund 100.000 Menschen ohne Strom. Insgesamt waren laut RWE 50 Hochspannungsmasten nicht mehr funktionstüchtig. Krankenhäuser, Altenheime und viele der zahlreichen Bauernhöfe der Region wurden mit Notstromaggregaten versorgt.

Bis mindestens 15 Uhr sollte die Vollsperrung der A 31 zwischen Ahaus und Gronau-Ochtrup andauern. Dort hatte ein Starkstromkabel für einen bis zu 50 Kilometer langen Stau gesorgt.

Gesperrt war auch die A1 von Köln in Richtung Dortmund. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen rief dazu auf, die Autos stehen zu lassen.

Beim Regierungspräsidium Münster wurde ein Krisenstab eingerichtet. Problem war vor allem die teils zusammengebrochene Stromversorgung. Das Krankenhaus im westmünsterländischen Vreden musste mit einem Notstromaggregat betrieben werden. In Coesfeld wurde ein Altenheim evakuiert. Grund für die Stromausfälle waren umgeknickte Hochspannungsmasten, die der Last von Schnee und Eis nicht standhalten konnten.

Der Düsseldorfer Flughafen nahm nach vierstündiger Sperrung am Samstag Vormittag den Betrieb wieder auf. Verspätungen im Flugverkehr soll es aber bis in den Abend hinein geben.

Der Wintereinbruch hatte den Verkehr in Teilen Deutschlands und Europas in der Nacht zum Samstag zum Erliegen gebracht. Mindestens drei Menschen kamen im Schneechaos ums Leben. Tausende steckten stundenlang in Autos und Zügen fest oder mussten die Nacht in Notunterkünften verbringen.

In einigen Gebieten Nordrhein-Westfalens wurde Katastrophenalarm gegeben. Besonders betroffen waren die Region Osnabrück (Niedersachsen) und das Münsterland bis in die Niederlande. «Das war das blanke Chaos», sagte ein Polizeisprecher. Auch im europäischen Ausland sorgten Schnee und
Sturm für erhebliche Behinderungen.

Nach Polizeiangaben kam es in Nordrhein-Westfalens Straßen zu über 1100 Unfällen. Ein Mann starb bei einem Verkehrsunfall bei Paderborn. 40 Menschen wurden verletzt. In Bayern starb ein vierjähriges Mädchen bei einem Unfall auf vereister Straße in Hengersberg.

Der Bahnverkehr in Osnabrück wurde bis zum Morgen völlig eingestellt. 250 Bahnreisende verbrachten die Nacht in einer Schule. Auch Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern hatte das Tief «Thorsten» fest im Griff. Nur im Münsterland dauerte das Chaos infolge des Wintereinbruchs an. Mehr als 1000 Helfer waren dort im Einsatz, auch Soldaten der Bundeswehr halfen mit.

In den Kreisen Borken und Steinfurt wurde Katastrophenalarm ausgelöst, nachdem bis zu einem halben Meter Schnee gefallen war. Am Hauptbahnhof Münster nächtigten rund 50 Menschen in einem Luftschutzbunker, weil weder Züge noch Taxis verkehrten und umliegende Hotels ausgebucht waren.

Auch das Ruhrgebiet war von den Schneefällen stark betroffen. Die Verkehrsbetriebe in Essen stellten zeitweise den Betrieb ein. Der Flughafen Düsseldorf blieb am Samstag für vier Stunden geschlossen.

Immerhin sorgten die ergiebigen Schneefälle vielerorts schon jetzt für gute Wintersportbedingungen. Auf dem höchsten Berg Deutschlands, der 2962 Meter hohen Zugspitze, begann am Samstag offiziell die Skisaison. «Wir haben Bilderbuchwetter hier oben, alles ist richtig schön verschneit», sagte die Sprecherin der bayerischen Zugspitzbahn. (nz)