«Der Untergang» die letzten Tage im Führerbunker
23.08.2004
Herausgeber: netzeitung.de
«Ich wollte die Faszination jedenfalls so weit rüberbringen, wie Hitler sie in diesen letzten Tagen noch hatte», sagte Produzent Bernd Eichinger der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» über seine Motivation. «Normalerweise sagt man, wie kann ein altersschwacher Mann Mitte fünfzig, der aussieht wie achtzig, überhaupt noch so eine Faszination ausüben. Man hat ja oft versucht, das Hitler-Bild in den letzten Zeiten so umzudrehen, dass jeder wusste: Er ist ein Verrückter. Ich glaube, dass der Mann bis zuletzt in der Lage war, es mit seiner Persönlichkeit, Denkschärfe, analytischen Kraft und psychologischen Wirkung tatsächlich dahin zu bringen, dass seine Befehle bis zum Schluss absolut eingehalten wurden», so Eichinger.
Weitere Rollen spielen Corinna Harfoch (Magda Goebbels), Juliane Köhler (Eva Braun), Alexandra Maria Lara (Traudl Junge) und Ulrich Matthes (Joseph Goebbels).
In seinem Film mischt Eichinger, der auch das Drehbuch verfasst hat, historische Fakten mit fiktiven Dialogszenen. Fakt etwa ist, dass Hitler seine letzten Wochen in einem Bunker unter dem Garten der Alten Reichskanzlei in Berlin verbrachte. Die Außenwände waren fast vier Meter dick. Es sei ein knapp 250 Quadratmeter großer «Betonsarg» gewesen, wie sich Hitlers Leibwächter und Telefonist Rochus Misch anlässlich des Films im «Spiegel» erinnert. Misch sah Hitler auch direkt nach dessen gemeinsamem Selbstmord mit Eva Braun, die er tags zuvor im Bunker geheiratet hatte, auf dem Sofa. «Eva Braun lag neben ihm, mit angezogenen Knien Richtung Hitler, und Hitler hing so vorneüber.» (nz)

