Sicherheitsrat: 

netzeitung.deDie Uno als Glaubensbekenntnis

 Herausgeber: netzeitung.de

Der Historiker Wolffsohn begrüßt es, dass Deutschland zunächst keinen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat erhält. In einem Beitrag für die Netzeitung rät er der deutschen Politik davon ab, dem «Uno-Phantom» nachzurennen.

Von Michael Wolffsohn

«Uno, Uno, Uno.» Das ist das Glaubensbekenntnis deutscher, besonders rot-grüner Außenpolitik. An den Vereinten Nationen hängt, in deren Sicherheitsrat drängt es Deutschland. Aus der Traum. Einstweilen.

In die raue Welt-Wirklichkeit wurde dieser Tage Joschka Fischer von Condy Rice gestoßen. Nun kann Deutschland wieder mehr nachdenken als dem Uno-Phantom nachrennen.

Bislang galt:
Frieden sichern? Uno!
Menschen retten: Uno!
Kriege verhindern? Uno!
Not lindern? Uno!

Ich gestehe: Dieses Uno-Credo war nie mein Glauben. Ich bin ein Uno-Ketzer.

Weshalb?

Kriege verhindern durch die Uno? Welchen Krieg hat die Uno je verhindert? Keinen.

Frieden sichern durch die Uno? Nirgends wirklich. Im Kongo berauben, vergewaltigen, betrügen Uno-«Friedens»-Soldaten ihre «Schützlinge» brutal.

Menschen retten durch die Uno? Im Völkermord von Ruanda goss 1994 die Uno (Kofi Annan vor allem!) Öl ins Feuer.

Im Balkan hatte 1995 die Uno das Leben Tausender auf dem Gewissen, besonders in die so genannte «Uno-Schutzzone» Srebrenica. Diese und andere «Uno-Schutzzonen» wurden damals auf dem Balkan Todesfallen.

Das Abschlachten der Albaner im Kosovo verhinderte 1999 nicht die Uno, sondern die Nato, allen voran die USA.

Not lindern durch die Uno? Am Notprogramm für den Irak hat sich die Uno, besonders Kofi Annans Sohn, millionenfach schamlos bereichert und dabei mit Saddam Hussein zusammengearbeitet.

Die Uno nach der Tsunami-Sintflut: Versagen und Bürokratie auf breiter Front. «Der Westen» hilft, die Uno versagt.

Nicht verzagen, Deutschland. Es geht auch ohne die Uno und erst recht ohne einen deutschen Sitz im Uno-Sicherheitsrat.