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Deutscher Buchpreis: 

Ein neuer Preis für den besten deutschen Roman

01. Okt 2004 17:36
Christina Weiss gehört der neuen Akademie Deutscher Buchpreis an
Im Oktober 2005 wird erstmals der Deutsche Buchpreis verliehen werden. Er soll in Anlehnung an den britischen Man Booker Prize und den französischen Prix Goncourt den besten deutschsprachigen Roman des Jahres auszeichnen.

Als im Jahre 1834 die Firma Booker Brothers & Co. gegründet wurde, war nicht abzusehen, dass sich mit dem Namen Booker einmal einer der wichtigsten Literaturpreise der Welt verbinden würde. Erst handelten Booker Brothers mit Rum und Zucker, nach einer Fusion mit John McConnell & Co. wurde die Firma zum größten Grundbesitzer in Britisch Guyana. 1968 war das Haus zu einem international operierenden Unternehmen geworden, das unter anderem über einen Verlag verfügte, der Autoren wie Agatha Christie und Harold Pinter unter Vertrag hatte.

Im selben Jahr wandte sich Tom Maschler, der als Herausgeber beim Verlagshaus Jonathan Cape tätig war, an das Management von Booker: Das Unternehmen sollte einen kleinen Teil seiner Profite in einen neu zu schaffenden Literaturpreis stecken, der sich am französischen Prix Goncourt orientieren würde. Er sollte jährlich an den besten Roman aus dem Commonwealth vergeben werden. Der erste Booker Preis ging schon 1969 an «Something To Answer For» von P. H. Newby. Später wurde Booker von der Big Food Group plc aufgekauft, die 2002 die Booker Prize Foundation schuf, die sich wiederum auf die Suche nach einem neuen Sponsor machte. Er wurde bald gefunden, seither heißt der Preis korrekt Man Booker Prize.

Originalsprache Deutsch

Eine ähnliche Erfolgsgeschichte erhofft sich offenbar der Börsenverein des Deutschen Buchhandels für einen Preis, der 2005 erstmals vergeben werden soll, wie der Börsenverein am Freitag bekannt gab: Mit dem Preis, der sich an Man Booker und Prix Goncourt anlehnt, solle eine «bedeutende und innovative Auszeichnung für die besten Romane in deutscher Sprache» geschaffen werden. Sie wird mit 37.500 Euro dotiert sein. Zugelassen sind dabei nur Romane in der Originalsprache Deutsch, die Verlage dürfen höchstens zwei Titel aus ihrem Programm vorschlagen. Vergeben wird er erstmals zu Beginn der Frankfurter Buchmesse im nächsten Jahr.

«Eine Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Roman hat gefehlt. Die im Börsenverein zusammengeschlossenen Verleger und Buchhändler sehen es als ihre Aufgabe an, das kulturelle Leben in Deutschland mitzugestalten. Wir vergeben deshalb den Deutschen Buchpreis und sind überzeugt: Als unabhängiger Literaturpreis zum Auftakt der weltweit größten Buchmesse wird er weit über unsere Branche und unser Land hinaus Aufmerksamkeit schaffen – für deutschsprachige Autoren, für das Lesen und das Leitmedium Buch», so Dr. Gottfried Honnefelder, Verleger des DuMont Literatur und Kunst Verlags und stellvertretender Vorsteher des Börsenvereins. Als Partner hat der Verein Gabriele und Florian Langenscheidt, den «Spiegel»-Verlag, die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt gewonnen.

Eine Shortlist wie bei Booker

Um größtmögliche Unabhängigkeit und Transparenz bei der Preisvergabe zu sichern, so der Börsenverein, hat sein Vorstand die elfköpfige Akademie Deutscher Buchpreis berufen. Neben der Kulturstaatsministerin Christina Weiss gehören ihr Vertreter der Buch- und Medienbranche an. Die ehrenamtliche Mitgliedschaft in der Akademie sei nicht an die Person, sondern an die jeweilige Funktion gebunden. Die Akademie wählt jedes Jahr die Jury und deren Vorsitzenden aus und kann bei Bedarf auch die Regeln der Preisvergabe ändern.

Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können sich mit zwei deutschsprachigen Romanen aus ihrem aktuellen oder geplanten Programm bewerben. Die Jury wird aus den eingegangenen Vorschlägen, aber auch aus eigenen Favoriten eine 20 Titel umfassende Longlist zusammenstellen, die im August 2005 bekannt gegeben wird, erklärt der Börsenverein. Aus dieser Longlist wiederum wählt die Jury sodann die sechs Titel der Shortlist aus. Sechs Romane umfasst auch die Shortlist des Man Booker Preises. Erst am Abend der Preisverleihung, also am 17. Oktober 2005 zum ersten Mal, werden die sechs Autoren erfahren, wer die Auszeichnung erhält. (nz)

 
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