netzeitung.deErster Vogelgrippefall in einem deutschen Zoo

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Lupe Erster Vogelgrippefall in einem deutschen Zoo

Nach knapp drei Monaten, in denen fast nichts von der Vogelgrippe zu hören war, gibt es einen infizierten Schwan. Er wurde dort gefunden, wo die Vogelgrippe bisher gar nicht aufgetaucht war.

Das gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 ist bei einem toten Trauerschwan aus dem Dresdner Zoo nachgewiesen worden. Das bestätigte ein Sprecher des sächsischen Gesundheitsministeriums am heutigen Freitag. Das Tier sei am Montag vom Zoopersonal tot in einem Teich gefunden worden, sagte Ministeriumssprecher Jürgen Vogels. Drei Monate lang hatte es keinen nennenswerten Fall von Vogelgrippe in Deutschland gegeben.

Den Nachweis hatte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems am Donnerstag erbracht. «Wir gehen davon aus, dass das Virus von draußen kommt», sagte die Sprecherin des Friedrich-Loeffler- Instituts, Elke Reinking. Zoos würden häufig Wildvögel anlocken. Es sei nicht damit zu rechnen, dass der Schwan seit längerem infiziert gewesen sei.
Zoo bleibt geöffnet
Vogels sagte, der Trauerschwan sei ein relativ junges Tier gewesen, das zum Zoobestand gehörte. «Der Schwan ist im Zoo geschlüpft und groß geworden», sagte der Ministeriumssprecher. Die anderen Tiere seien gesund, würden aber verstärkt beobachtet. Der Zoo sei weiterhin geöffnet, lediglich das Freifluggehege sei gesperrt worden.

Rund um den Fundort wurden der vorgeschriebene Drei-Kilometer-Sperrbezirk und das Zehn-Kilometer-Beobachtungsgebiet eingerichtet: Innerhalb des Sperrbezirks dürfen Lebendgeflügel nicht gehandelt und Geflügelerzeugnisse nicht nach außerhalb gebracht werden, Hunde und Katzen dürfen nicht frei herumlaufen.

Das Risiko bleibt
Der Nachrichtenagentur AP sagte FLI-Sprecherin Elke Reinking, der Fund ändere nichts an der Risikoeinschätzung des Instituts zur Vogelgrippe: Die Gefahr sei «nach wie vor hoch», auch wenn das Virus in den Sommermonaten nicht so präsent gewesen sei. Experten befürchten, dass spätestens mit dem Vogelzug und den kälteren Temperaturen in Herbst und Winter die Nachweise wieder zunehmen werden. Reinking erklärte, man könne die weitere Entwicklung noch nicht absehen, es würde sie aber nicht überraschen, wenn die Virusaktivitäten im Winter wieder zunehmen.

Der letzte nachgewiesene Vogelgrippefall in Deutschland stammt nach Angaben des FLI vom 12. Mai, als das Virus bei einem in Nordbayern verendeten Gänsesäger festgestellt wurde. In Sachsen war der letzte Fall am 26. April, als der Nachweis bei einer Reiherente aus dem Landkreis Bautzen erfolgte. (nz)