netzeitung.deErfolg bei Suche nach neuem H5N1-Impfstoff

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Kampf gegen Vogelgrippe (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kampf gegen Vogelgrippe
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Erfolgsmeldung aus dem Bundesforschungs- Institut für Tiergesundheit: Seine Wissenschaftler hätten einen Vogelgrippe-Impfstoff entwickelt, der es erlaubt, geimpfte Tiere sicher von erkrankten zu unterscheiden.

Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit auf der Insel Riems hat einen Prototyp eines Markerimpfstoffes gegen Vogelgrippe vorgestellt. Im Gegensatz zu vorhandenen Impfstoffen könnten mit diesem geimpfte sicher von infizierten Tieren unterschieden werden, teilte das Institut am Freitag mit. Mit einem Abschluss des Zulassungsverfahrens sei jedoch erst in rund fünf Jahren zu rechnen.

Der Prototyp habe in ersten Versuchen einen sehr guten Schutz bei Hühnern vor der Vogelgrippe und der so genannten Newcastle-Krankheit gezeigt. Im nächsten Jahr sollten Feldversuche an größeren Tierbeständen starten. Der Impfstoff kann per Aerosol und Trinkwasser verabreicht werden und ist somit für Massenimpfungen geeignet. Ein ebenfalls am Institut entwickelter Bluttest ermögliche die Unterscheidung der durch die Impfung gebildeten Antikörper von denen nach einer Vogelgrippe-Infektion.

Das FLI-Team hatte für den neuen Impfstoff das Hämagglutinin-Gen H5 der Vogelgrippe-Variante H5N2 an ein Trägervirus der Newcastle- Krankheit gekoppelt. Die Forscher berichteten im US-Fachjournal «Proceedings of the National Academy of Sciences» über ihren Ansatz.

Bereits im Sommer 2005 hatten FLI-Forscher den Prototyp eines ähnlichen Markerimpfstoffes entwickelt, bei dem einem abgeschwächten Geflügel-Herpesvirus ein Vogelgrippe-Gen hinzugefügt wurde. Der Vorteil des neuen Impfstoffes sei aber, dass er nicht nur bei Hühnern sondern auch bei anderen Geflügelarten eingesetzt werden könnte, sagte FLI- Sprecherin Elke Reinking.

FAO veröffentlicht Verhaltens-Tipps
Die UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) veröffentlichte unterdessen am Freitag Richtlinien zur Reduzierung der Ansteckungsgefahr mit der Vogelgrippe.

In dem elfseitigen Dokument gibt die FAO unter anderem Hygiene-Tipps und Ratschläge zur richtigen Haltung von Geflügel. Ebenso warnt sie vor Geflügelmärkten in betroffenen Gebieten und gibt Hinweise zum Umgang mit toten Tieren. Diese sollen nicht liegen gelassen oder in Gewässern entsorgt werden, sondern müssten verbrannt oder tief vergraben werden.

In der kommenden Woche soll sich eine Konferenz in Rom mit der Frage befassen, in welchem Maße Wildvögel für die Ausbreitung der Vogelgrippe verantwortlich sind. Die FAO und das internationale Tierseuchenamt (OIE) haben dazu 300 Wissenschaftler aus 100 Ländern ins Hauptquartier der FAO in Rom eingeladen. (nz)