netzeitung.deVogelgrippe jetzt auch in Berlin

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Das Vogelgrippe-Sperrgebiet in Berlin-Marzahn (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Das Vogelgrippe-Sperrgebiet in Berlin-Marzahn
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Vogelgrippe ist nun auch in Berlin angekommen. Bei einem toten Bussard im Bezirk Marzahn-Hellersdorf wurde das H5N1-Virus festgestellt. Gesundheitsministerin Schmidt hofft derweil auf einen Impfstoff.

Berlin hat als siebtes Bundesland nun auch einen Fall von Vogelgrippe. Laut der Senatsverwaltung für Gesundheit wurde bei einem toten Mäusebussard eine Infektion mit dem H5N1-Virus entdeckt. Der Raubvogel wurde im Bezirk Marzahn-Hellersdorf gefunden. Im Ortsteil Biesdorf wurde sofort ein Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet mit zehn Kilometern Radius eingerichtet. Der tote Vogel wird im Labor des Friedrich-Loeffler-Institutes auf der Insel Riems untersucht. Noch ist nicht klar, ob es sich um die aggressive Variante des Erregers handelt.

Auf Ernstfall vorbereitet
«Berlin ist gut auf den Ernstfall vorbereitet», sagte Gesundheitssenatorin Heidi Knake-Werner (Linkspartei). Bei dem bisherigen Verlauf der Geflügelpest sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis auch die Hauptstadt betroffen sei. Die Behörden täten alles Notwendige, um ein Ausbreiten der Tierseuche auf Nutztiere zu verhindern. Ein Bürgertelefon in der Gesundheitsverwaltung stehe für Anfragen bereit.

Das Tier sei ein Einzelfund. Bisher wurde keine größere Anzahl verendeter Vögel entdeckt. In diesem Jahr seien bereits mehr als 1000 verendete Wildvögel in Berlin mit negativem Ergebnis untersucht worden.

Impfstoff in absehbarer Zeit
Die Vorbereitungen für einen Impfstoff gegen Vogelgrippe sind derweil laut Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) auf gutem Weg. Es werde alles getan, um nach Auftreten eines Pandemie-Virus «in absehbarer Zeit» einen Impfstoff zu entwickeln, sagte sie bei einem Besuch des Herstellers Glaxo-Smith-Kline in Dresden.

Dieser hat bereits im November die Herstellung eines Prototyps des Pandemieimpfstoffs getestet und die Zulassung beantragt. Den eigentlich wirksamen, auf das Pandemie-Virus zugeschnittenen Impfstoff kann man aber erst entwickeln, sobald das Virus genau bekannt ist. Die Entwicklung dauert nach Angaben der Firma mindestens sechs Monate.

Die Produktion von 80 Millionen Dosen Impfstoff für die deutsche Bevölkerung benötigt dann mindestens noch einmal sechs Wochen. Die Bundesregierung hat mit Glaxo-Smith-Kline vereinbart, dass die Firma 80 Millionen Dosen herstellt. Das ist die Hälfte des Gesamtbedarfs, da noch eine Zweitimpfung nötig wäre. Für die Herstellung hat die Firma einen Forschungszuschuss des Bundes von zehn Millionen Euro erhalten. (nz)