netzeitung.deKatze auf Rügen mit Vogelgrippe infiziert

 Herausgeber: netzeitung.de

Polizisten an der Wittower Fähre (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Polizisten an der Wittower Fähre
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bei einer Katze auf der Ostsee-Insel Rügen ist Vogelgrippe festgestellt worden. Das Tier wurde in der Nähe der Wittower Fähre tot gefunden. Ob es sich um den Asia-Stamm des Virus handelt, wird noch untersucht. Thema: Vogelgrippe in Deutschland Vogelgrippe nun auch in Bayern Experte: Vogelgrippe bleibt noch lange im Land Chronologie: Vogelgrippe in Deutschland Vogelgrippe: Die wichtigsten Fragen und Antworten Hauspflicht für Katzen in Süddeutschland

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat eine Vogelgrippe-Infektion bei einer von der Insel Rügen stammenden Katze festgestellt. Damit ist der Erreger erstmals bei einem Säugetier in Deutschland nachgewiesen worden. Das teilte das Institut am Dienstag auf der Insel Riems mit. Die Katze sei vergangenes Wochenende tot aufgefundenen worden. Ob das Tier an dem potenziell auch für den Menschen gefährlichen hoch pathogenen Variante des H5N1-Virus, den Asia-Stamm, handelt, werde noch untersucht.

Die tote Katze war in einem Hochinfektionsgebiet in der Nähe der Wittower Fähre auf Rügen gefunden worden - dort war vor zwei Wochen erstmals H5N1 bei verendeten Wildvögeln entdeckt worden.

Einzelheiten zum toten Tier
Über den toten Kater wurden weitere Einzelheiten bekannt: Das Tier sei wohlgenährt gewesen seinem Besitzer erst am Tag vor seinem Tod durch ungewöhnliches Verhalten aufgefallen, sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Der Besitzer habe das Tier weggesperrt und am nächsten Morgen tot aufgefunden.

Der Kater lebte auf einem Gehöft in der Nähe von Schaprode, unweit der Wittower Fähre auf Rügen. Dort wurden bislang die meisten positiv getesteten Vögel auf Rügen gefunden. Ob der Kater Kontakt zu infizierten Vögeln hatte beziehungsweise infiziertes Aas gefressen hat, ist laut Backhaus nicht nachzuweisen, sondern nur zu vermuten.

Der betroffene Besitzer des Katers wird medizinisch betreut. Der Kater sei weder «ein Stubentiger noch ein Kuschelkater» gewesen, sagte Backhaus. Er appellierte an alle Katzenhalter in den Vogelgrippe-Risikogebieten, ihre Katzen unter Aufsicht zu behalten, Auffälligkeiten umgehend dem Tierarzt zu melden und sie notfalls auch einzusperren.

«Katzen sollten in und um Schutzzonen zu Hause gelassen werden», sagte Ministeriumssprecherin Ulrike Hinrichs in Berlin. Ein enger Kontakt mit den Tieren sollte vermieden werden. «Wir werden im Krisenstab überlegen, was es über die Sofortmaßnahmen für Haustiere hinaus zu beachten gibt», sagte die Sprecherin von Agrarminister Horst Seehofer (CSU).

Es sei seit längerem aus Asien bekannt, dass Katzen sich mit dem Virus anstecken könnten, wenn sie infizierte Vögel fräßen, sagte Instituts-Leiter Thomas Mettenleiter. Eine Ansteckung von Menschen durch infizierte Katzen sei bislang aber noch nicht nachgewiesen worden.

Streunende Katzen töten?
Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff, äußerte sich besorgt nach dem ersten Fall von Vogelgrippe-Infektion bei einer Katze. «Wir haben eine neue Lage», sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Berlin. Das gelte vor allem, weil jetzt offenbar weiter gehende Schutzmaßnahmen als bisher erforderlich seien. Möglicherweise werde es notwendig, jede streunende Katze zu töten, fügte er hinzu.
Auf Hygiene achten
Das Institut riet Katzenbesitzern, ihre Tiere besonders im Bereich des Zentrums der Infektionen um die Wittower Fähre nicht frei laufen zu lassen. Zudem sollten Katzenbesitzer auf eine besondere Hygiene achten.

«Obwohl die Kadaver weitgehend abgeräumt sind, sterben weiterhin Tiere an einer H5N1-Infektion, die dann als Infektionsquelle dienen können», sagte Mettenleiter. An der Wittower Fähre war in den vergangenen Tagen eine Vielzahl infizierter Vögel gefunden worden.

Nach Angaben des Instituts starben in den vergangenen Jahren in Asien mehrere Großkatzen in Zoos, die mit infiziertem Geflügelfleisch gefüttert wurden. Auch Hauskatzen erwiesen sich als empfänglich für den Erreger.

«Eine theoretisch nicht auszuschließende Ansteckung des Menschen kann vermutlich nur bei sehr innigem Kontakt mit infizierten Tieren erfolgen», sagte Mettenleiter. Bei Anzeichen von schweren Erkältungen bei Katzen, die Freilauf in Gebieten hatten, in denen H5N1 infizierte Vogelkadaver gefunden wurden, sollte der Tierarzt aufgesucht werden. (nz)