Katze auf Rügen mit Vogelgrippe infiziert
28.02.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die tote Katze war in einem Hochinfektionsgebiet in der Nähe der Wittower Fähre auf Rügen gefunden worden - dort war vor zwei Wochen erstmals H5N1 bei verendeten Wildvögeln entdeckt worden.
Der Kater lebte auf einem Gehöft in der Nähe von Schaprode, unweit der Wittower Fähre auf Rügen. Dort wurden bislang die meisten positiv getesteten Vögel auf Rügen gefunden. Ob der Kater Kontakt zu infizierten Vögeln hatte beziehungsweise infiziertes Aas gefressen hat, ist laut Backhaus nicht nachzuweisen, sondern nur zu vermuten.
Der betroffene Besitzer des Katers wird medizinisch betreut. Der Kater sei weder «ein Stubentiger noch ein Kuschelkater» gewesen, sagte Backhaus. Er appellierte an alle Katzenhalter in den Vogelgrippe-Risikogebieten, ihre Katzen unter Aufsicht zu behalten, Auffälligkeiten umgehend dem Tierarzt zu melden und sie notfalls auch einzusperren.
«Katzen sollten in und um Schutzzonen zu Hause gelassen werden», sagte Ministeriumssprecherin Ulrike Hinrichs in Berlin. Ein enger Kontakt mit den Tieren sollte vermieden werden. «Wir werden im Krisenstab überlegen, was es über die Sofortmaßnahmen für Haustiere hinaus zu beachten gibt», sagte die Sprecherin von Agrarminister Horst Seehofer (CSU).
Es sei seit längerem aus Asien bekannt, dass Katzen sich mit dem Virus anstecken könnten, wenn sie infizierte Vögel fräßen, sagte Instituts-Leiter Thomas Mettenleiter. Eine Ansteckung von Menschen durch infizierte Katzen sei bislang aber noch nicht nachgewiesen worden.
«Obwohl die Kadaver weitgehend abgeräumt sind, sterben weiterhin Tiere an einer H5N1-Infektion, die dann als Infektionsquelle dienen können», sagte Mettenleiter. An der Wittower Fähre war in den vergangenen Tagen eine Vielzahl infizierter Vögel gefunden worden.
Nach Angaben des Instituts starben in den vergangenen Jahren in Asien mehrere Großkatzen in Zoos, die mit infiziertem Geflügelfleisch gefüttert wurden. Auch Hauskatzen erwiesen sich als empfänglich für den Erreger.
«Eine theoretisch nicht auszuschließende Ansteckung des Menschen kann vermutlich nur bei sehr innigem Kontakt mit infizierten Tieren erfolgen», sagte Mettenleiter. Bei Anzeichen von schweren Erkältungen bei Katzen, die Freilauf in Gebieten hatten, in denen H5N1 infizierte Vogelkadaver gefunden wurden, sollte der Tierarzt aufgesucht werden. (nz)

