netzeitung.deInternationale Maßnahmen gegen Vogelgrippe

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Nicht nur in Deutschland sind die Behörden damit beschäftigt, die Ausbreitung der Vogelgrippe zu verhindern. Die Maßnahmen sind von Land zu Land verschieden.

Im Kampf gegen die Vogelgrippe soll in Deutschland bereits das Überspringen auf Nutzvieh verhindert werden. Auf Rügen wird gefährdetes Hausgeflügel vorsorglich getötet. Eine ABC-Truppe der Bundeswehr begann außerdem mit der Aufstellung von Seuchenwannen. Das Ziel: alle Autos beim Verlassen der Ostseeinsel zu desinfizieren. Weltweit kämpfen betroffene Staaten gegen das H5N1-Virus mit der Einrichtung von Schutzzonen, der Stallpflicht und dem Verbot, Eier und Geflügelfleisch aus der Nähe eines Fundorts zu verkaufen.

Frankreich
Die Wildente, die den gefährlichen Erreger in sich trug, wurde in dem östlichen Département Ain tot aufgefunden. In einem Kreis von zehn Kilometern um den Fundort wurden verstärkte Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Ein in der Nähe liegender Vogelpark wurde geschlossen. Vogeljagd und Vogelmärkte sind verboten genau wie der Transport von Geflügel. Außerdem ist der Verkauf von Eiern und Geflügelfleisch, die aus einem Kreis von drei Kilometern um den Fundort stammen, untersagt. Zudem gilt eine allgemeine Stallpflicht.

Griechenland
In den betroffenen Regionen gelten eine drei Kilometer große Schutzzone mit Stallpflicht für Geflügel und ein Verkaufsverbot. In einer zehn Kilometer großen Überwachungszone werden Fahrzeuge desinfiziert sowie Nutzvögel untersucht.

Österreich
In Österreich gilt nach dem Auftreten von Vogelgrippe-Fällen im Stadtgebiet von Wien jetzt eine landesweite Stallpflicht für Geflügel. Die Regierung hatte nach Bekanntwerden der ersten Fälle in der Steiermark zunächst nur regional begrenzte Gebiete in der Steiermark, in Kärnten und im Burgenland zu Sicherheitszonen erklärt. Die neuesten Fälle machten es erforderlich, die Stallpflicht auf das ganze Land auszudehnen, hieß es.

Ägypten
In Ägypten reagierten viele Menschen mit Panik auf die Nachricht, dass das Virus bei Vögeln in Kairo und der Provinz Minia nachgewiesen wurde. Viele Geflügelgeschäfte bleiben geschlossen. Die Regierung riet den Bürgern, alle Hühner, Tauben oder Truthähne, die im Haus, in Hinterhöfen oder auf Hausdächern gehalten werden, zu töten. Wer den Behörden verschweige, dass er Hühner züchte, müsse mit einem Bußgeld von umgerechnet 1470 Euro rechnen, hieß es. Selbst in der 17-Millionen-Metropole Kairo halten viele arme Familien Hühner neben dem Haus. Der Import lebender Vögel nach Ägypten ist inzwischen verboten. Die Vogeljagd wurde in diesem Jahr abgesagt.

China
Das genaue Ausmaß der Geflügelseuche in China ist nicht bekannt. Aus Angst vor Massenschlachtungen, die dann im Umkreis von drei Kilometern angeordnet werden, werden Ausbrüche häufig nicht gemeldet. Auch fehlt auf dem Land häufig die Fachkenntnis, um die Vogelgrippe zu erkennen. Die Regierung verspricht Entschädigungen für Bauern und droht Funktionären mit Strafen, wenn Ausbrüche nicht gemeldet werden. Doch haben die Bemühungen Pekings um Transparenz nur begrenzte Auswirkungen. Sicherheitszonen wurden nicht eingerichtet, auch eine allgemeine Stallpflicht gibt es nicht.

Indien
Die Behörden im Distrikt Nandurbar im westindischen Bundesstaat Maharashtra riegelten einen Umkreis von drei Kilometern um den Infektionsort ab. In diesem Gebiet werden alle Hühner getötet. Nach offiziellen Angaben handelt es sich um bis zu eine Million Tiere. In einem Umkreis von weiteren vier Kilometern sollen rund 200.000 Hühner geimpft werden. Eltern wurden dazu aufgerufen, ihren Kindern Umgang und Spielen mit Hühnern zu verbieten. Das Krankenhaus in Nandurbar wurde für den Fall einer Übertragung der Krankheit auf den Menschen mit Medikamenten wie Tamiflu ausgerüstet.

Irak
In der südirakischen Provinz Misan traf am Sonntag eine Delegation des Gesundheitsministeriums aus Bagdad ein, nachdem das Virus bei mehreren Tieren nachgewiesen worden war. Es wurde der «medizinische Notstand» ausgerufen. Schutzmaßnahmen würden demnächst in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation beschlossen, sagte ein Beamter am Sonntag in der Provinzhauptstadt Armara.

Indonesien
Inspektoren sollen in der indonesischen Hauptstadt Jakarta sowie in sechs weiteren Provinzen von Tür zu Tür gehen, um Geflügel zu untersuchen und so die Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Städtische Gegenden müssten frei von Geflügel sein, sagte die Gesundheitsministerin des Landes. Gefundene Tiere in städtischen Gebieten müssen ihren Anweisungen zufolge getötet werden. (dpa)