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Dritter Fall von Vogelgrippe auf Rügen bestätigt15. Feb 2006 18:55, ergänzt 22:45
Eingang zum Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit FLI auf Riems
Bild vergrößernEingang zum Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit FLI auf Riems
Nachdem auf der Insel Rügen bei zwei Schwänen das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen wurde, ist nun auch ein infizierter Habicht gefunden worden. Minister Seehofer bezeichnete die Lage als «sehr ernst». NULL=YES Massen-Desinfektion wegen Vogelgrippe http://www.netzeitung.de/vermischtes/vogelgrippe/382538.html NULL=YES Neue Verdachtsfälle von Vogelgrippe in Nigeria http://www.netzeitung.de/vermischtes/vogelgrippe/382595.html NULL=YES Ursprung des H5N1-Virus auf Rügen unklar http://www.netzeitung.de/vermischtes/vogelgrippe/382645.html NULL=YES Seehofer zieht Stallpflicht für Geflügel vor http://www.netzeitung.de/vermischtes/vogelgrippe/382440.html Die Bundesforschungsanstalt für Tiergesundheit (Friedrich-Loeffler-Institut, FLI) auf der Insel Riems hat einen dritten Fall von Vogelgrippe auf der Insel Rügen bestätigt. Bei einem toten Habicht sei der Erreger H5N1 nachgewiesen worden, sagte Landrätin Kerstin Kassner am Mittwoch in der Kreisstadt Bergen. Das Tier war bei Dranske gefunden worden. Zuvor waren zwei infizierte Schwäne gefunden worden, wenige Kilometer nördlich der Stelle, wo die Schwäne gefunden wurden. Die Drei-Kilometer-Sperrzone und die Zehn- Kilometer-Beobachtungszone um die Fundorte seien entsprechend erweitert worden, sagte Kassner.

Die weiteren toten Schwäne, die am Morgen an der Wittower Fähre entdeckt worden waren, wurden laut Augenzeugen unterdessen eingesammelt. Die Kadaver sollen ebenfalls vom FLI oder vom Landesamt für Landwirtschaft in Rostock untersucht werden. Kassner wies darauf hin, dass bereits seit einem halben Jahr tote Vögel auf Rügen regelmäßig eingesammelt und untersucht worden seien, bis vor kurzem ohne H5N1-Befund.
Virologe warnt vor PanikmacheDer Hallenser Virologe Alexander Kekulé rechnet mit weiteren Vogelgrippe-Fällen in Deutschland. Die infizierten Vögel auf Rügen seien nur die Spitze eines Eisberges, sagte Kekulé am Mittwoch im Inforadio des RBB.

Der Professor für Mikrobiologie an der Universität Halle-Wittenberg warnte ausdrücklich vor Panikmache. Die Vogelgrippe sei eine Tierkrankheit. Ohne engen Kontakt zu Geflügel seien Menschen nicht gefährdet, auch nicht durch den Verzehr von Hühnerfleisch oder Eiern. «Es sei aber angebracht, vor allem Kinder nicht an tote Wildvögel und auch nicht an Vogelkot heranzulassen», ergänzte Kekulé.

In Berlin sagte Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) nach einem Treffen des nationalen Krisenstabs Tierseuchenbekämpfung, die Lage sei «sehr ernst». Es gäbe aber keinen Anlass zur Panik.

Allerdings gelte es, «sehr wachsam und vorsichtig zu sein». Bisher handele es sich bei der Vogelgrippe um eine Tierseuche, die bei Wildvögeln vorkommt. Das Hauptrisiko liege bei Zugvögeln.
Warnung vor Kontakt mit VögelnNach den Vogelgrippe-Fällen von Rügen habe sich an der Gefährdungslage aber «nichts geändert», sagte Schmidt. «Wenn Menschen keinen direkten Kontakt zu erkrankten Tieren haben, dann gibt es auch keine Übertragung.» Seehofer sagte, er habe die Eil-Verordnung für die auf diesen Freitag vorgezogene bundesweite Stallpflicht bereits unterzeichnet. Noch unklar sei, warum sich ausgerechnet Schwäne infiziert hätten. Hier seien «noch einige Fragen offen». Immerhin könnten auch Schwäne einige 100 Kilometer Strecke überwinden.

Schutzmaßnahmen in Mecklenburg-VorpommernDer Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD) sagte, er habe nach dem Rügen-Fall sofort alle Schutzmaßnahmen ergriffen. Die bereits verfügte Stallpflicht werde scharf kontrolliert. «Ich bitte die Bevölkerung ausdrücklich, tote Tiere sofort zu melden.»

Zugleich sagte Backhaus, er habe für die Bürger eine Hotline seines Ministeriums eingerichtet. Der Bund und die übrigen Länder sollten diesem Beispiel folgen. (nz)

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