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Drama in Amstetten: 

Inzest-Täter hatte womöglich Mitwisser

29. Apr 2008 18:19, ergänzt 18:23
Luftaufnahme des Hauses, in dem sich das Drama abspielte
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Josef Fritzl, der geständige Täter von Amstetten, könnte einem Medienbericht zufolge einen seiner Söhne in sein dunkles Geheimnis eingeweiht haben. Unterdessen hat eine DNS-Probe die Vaterschaft bei den sechs inzestuös gezeugten Kindern bestätigt.

Nach Angaben von früheren Nachbarn hatte einer der Söhne des geständigen Inzest-Täters Josef Fritzl einen Schlüssel zu dem Keller, in dem die Tochter Elisabeth und drei Kinder eingesperrt waren. Der Mann habe sich als Hausmeister vorgestellt, schreibt die Zeitschrift «Brigitte» unter Berufung auf namentlich genannte Nachbarn, die zwei Jahre im zweiten Stock des Hauses gelebt hätten.

«Wenn wir etwas brauchten, eine Fliese kaputt war oder etwas mit der Elektrik, dann ging er in den Keller und holte Ersatz», sagte Sabine Kirschbichler. Jetzt, nachdem sie aus dem Fernsehen von dem Verbrechen erfahren haben, wüssten sie, warum sie damals keinen Kellerraum mieten konnten. Auf entsprechende Fragen habe Fritzls Sohn gesagt: «Ach, da ist nur ein Raum, mit Heizung und Kessel voll.» Die österreichischen Behörden haben diese Aussage noch nicht kommentiert.

Unterdessen hat eine DNS-Probe ergeben, dass alle sechs Kinder der 42 Jahre alten Elisabeth Fritzl aus der Inzest-Beziehung zu ihrem Vater stammen, wie der Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Franz Polzer, am Dienstag mitteilte.

Fritzl hatte am Montag zugegeben, seine heute 42 Jahre alte Tochter Elisabeth 24 Jahre lang gefangen gehalten und sexuell missbraucht zu haben. Aus der Beziehung stammten sieben Kinder, von denen eines kurz nach der Geburt starb. Der 73-Jährige hat gestanden, den Leichnam im Heizkessel des Hauses verbrannt zu haben.

Staatsanwalt Gerhard Sedlacek sagte, wann und ob die Opfer aussagen, sei unklar. Hans-Heinz Lenze, Bezirkshauptmann von Amstetten, wies Vorwürfe zurück, die Behörden hätten von dem Keller-Verlies wissen müssen. Sowohl beim Verschwinden von Elisabeth vor 24 Jahren als auch beim Auftauchen von drei Kindern, die dann in der Wohnung von Josef Fritzl aufwuchsen, seien alle verfügbaren Informationen eingeholt worden.

Für die behandelnden Ärzte und Therapeuten hat die Sicherheit der Patienten oberste Priorität. Berthold Kepplinger vom Landesklinikum Mostviertel Amstetten-Mauer sagte, vor allem Elisabeth und die drei Kinder, die mit ihr im Verlies gefangen gehalten wurden, müssten vor zusätzlichen Traumatisierungen geschützt werden. Der 19-jährigen Kerstin, die auf der Intensivstation des Krankenhauses von Amstetten liegt, gehe es etwas besser. Sie liege aber weiterhin im künstlichen Tiefschlaf.

Den Behörden ist Polzer zufolge ein weiterer Brief in die Hände gefallen, in dem Elisabeth offenkundig ihre baldige Rückkehr in Aussicht stellte. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Fritzl seine Tochter gezwungen hat, den Brief zu verfassen. Damit wollte er möglicherweise die Freilassung vorbereiten, es könnte aber auch eine Finte gewesen sein. (nz/dpa/AP)
 
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