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Inzest-Drama in Österreich: 

Amstettener Opfer sollen neue Identität erhalten

29. Apr 2008 15:15
Bezirkshauptmann Lenze vor der Presse
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Nach der Befreiung aus dem Verlies haben Psychologen und Mediziner mit der intensiven Betreuung der Inzest-Opfer begonnen. Um sie vor möglichen Belästigungen zu bewahren, könnten sie bald neue Namen bekommen.

Die seit ihrer Geburt in einem Kellerverlies lebenden Kinder des Inzest-Täters Josef F. erhalten womöglich eine neue Identität. Damit solle ihnen eine geordnete Zukunft ohne ständige Verfolgung durch die Medien ermöglicht werden, betonte der Bezirksvorsteher der niederösterreichischen Kleinstadt Amstetten, Hans-Heinz Lenze, am Dienstag in der ORF-Nachrichtensendung «Zeit im Bild».

Zurzeit werde «im Einvernehmen mit der Familie nach einer Lösung gesucht», sagte der Politiker. Man müsse sich aber «mit dem Gedanken vertraut machen, dass wir hier eine Namensänderung herbeiführen». Ob dies auch für die in dem Kellerverlies gefangen gehaltene älteste Tochter Elisabeth gilt, sagte Lenze nicht. Die 42-Jährige ist die Mutter der sechs Kinder.

Der Bezirkspolitiker sagte, dass die drei bislang verheimlichten Kinder nicht standesamtlich registriert und damit «noch nicht einmal österreichische Staatsbürger» seien. Dies sei allerdings nur eine Formalie. Wichtiger sei es jetzt, sich Gedanken über die schulische Ausbildung der drei Kinder zu machen, die von Geburt an in dem Kellerverlies eingesperrt waren.

Seinen Angaben zufolge werden die Opfer des Martyriums, die 42-jährige Elisabeth F. und fünf ihrer sechs Kinder, nach wie vor in einem «geschützten Bereich» des Landesklinikums Amstetten-Mauer betreut und behandelt. Für das betreuende Ärzte- und Therapeutenteam habe der Schutz der Patienten «oberste Priorität». Unverändert kritisch ist der Zustand des sechsten Kindes, der 19-jährigen Kerstin, die auf der Intensivstation des Krankenhauses von Amstetten liegt. Dort werde sie künstlich beatmet, einer Antibiotikabehandlung und einer Dialyse unterzogen. (dpa)
 
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