Uno arbeitet an Resolution:
Mit Piraterie lässt sich viel Geld verdienen
24.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die von Krieg und Instabilität geschwächte Regierung in Mogadischu hat bereits ihre Zustimmung zu einer solchen Verletzung der eigenen staatlichen Souveränität signalisiert. «Diese Truppen können könnten auch an Land gehen, wenn nötig», sagte ein Regierungssprecher.
Somalia wird seit 1991 von Chaos, Krieg und Warlords beherrscht, die Waffen sind leicht zu bekommen. Die Gewässer vor der mehr als 3.000 Kilometer langen Küste, der längsten Afrikas, gelten als eine der gefährlichsten Meeresregionen weltweit. Das Land am Horn von Afrika liegt zudem an wichtigen internationalen Schiffsrouten, die das Rote Meer mit dem Indischen Ozean verbinden.
Im April wurde eine französische Luxus-Yacht gekapert, vergangene Woche ein japanischer Tanker beschossen. Und ein spanischer Fischtrawler, die «Playa de Bakio», befand sich am Donnerstag immer noch in der Gewalt von Piraten. Piraterie ist weltweit auf dem Vormarsch, wie das International Maritime Bureau (IMB) erklärte. Allein von Januar bis März sei die Zahl der Angriffe auf Hoher See auf 49 gestiegen - 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Küste vor Nigeria ist demnach am gefährlichsten, an zweiter Stelle folgen Indien und Somalia.
Die Lösegeldzahlung wird von Reedereien und Regierungen nur ungern zugegeben, zuletzt ging es aber um Millionenbeträge. Bei der Entführung der französischen Yacht zahlte der Schiffsinhaber Berichten zufolge zwei Millionen Dollar (1,25 Millionen Euro). Bei der Befreiung des französischen Dreimasters und eines arabischen Frachters in dieser Woche wurde niemand verletzt. Doch wenn die Piraten aufrüsten, könnten Menschenleben auf dem Spiel stehen.
Piraten seien keine Menschen mit Holzbeinen und Augenklappen, sondern knallharte Burschen mit automatischen Waffen und Schnellbooten, warnte der deutsche Fregattenkapitän Michael Giss. Sein Schiff, die «Emden», war am Montag im Golf von Aden einem japanischen Tanker zur Hilfe geeilt. Inzwischen fordert auch Spanien eine Überwachung der Gewässer durch westliche Streitkräfte. «Die internationale Gemeinschaft muss die Sicherheit aller, die in diesem Gebiet segeln oder fischen, gewährleisten», forderte Außenminister Miguel Angel Moratinos.
Auch Abdi Muse hat das lukrative Geschäft gelockt. Der 38-Jährige hat sich vom Erlös seiner Raubzüge zwei Jeeps und ein Haus gekauft, auch zwei Frauen hat er dank des Geldes heiraten können, wie er sagt. «Ich habe allen Leuten, die ich getroffen habe, Geld gegeben.» 90.000 Dollar (56.000 Euro) habe er innerhalb kurzer Zeit verdient. Doch nach zwei Monaten Euphorie war er abgebrannt. «Ich musste das Haus und die Autos verkaufen und mich von meinen Frauen scheiden lassen.» Er hat einen Job angenommen und den Raubzügen abgeschworen. «Ich habe damit aufgehört, nachdem ich mir gedacht habe, dass es unserer islamischen und somalischen Kultur schadet.» (Elizabeth Kennedy, AP)

