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Problembär erschossen: 

Schweizer Jäger erlegen Brunos Bruder «JJ3»

15. Apr 2008 16:01
Ein ausgewachsener Braunbär
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Seit er aus dem Winterschlaf erwachte, hatte der junge Bursche solch einen Bärenhunger – kein Wunder, dass er in der nahen Menschensiedlung einkaufen gehen wollte. Doch die Graubündner Behörden fanden das nicht witzig.

Knapp zwei Jahren nach dem Abschuss von Problembär «Bruno» in Bayern ist am Montag in der Schweiz auch sein Bruder «JJ3» getötet worden. Ihm wurde wie Bruno seine fehlende Scheu zum Verhängnis: Nachdem alle Versuche, den Bären abzuschrecken, keine Wirkung zeigten, wurde der Bär am Montagabend im Raum Mittelbünden erschossen, wie das Schweizer Bundesamt für Umwelt am Dienstag mitteilte.

Wegen seines Verhaltens lief «JJ3» schon seit längerem Gefahr, vom Problem- zum Risikobären zu werden. Seit er aus seinem Winterschlaf aufgewacht war, streifte er wie bereits im vergangenen Herbst auf der Suche nach Nahrung nachts durch Bündner Siedlungen. Scheu vor Menschen zeigte er nie, im Gegensatz zum zweiten Bündner Bären «MJ 4», der sich unauffällig im Gebiet Engadin-Münstertal aufhält. Wildhüter versuchten vergeblich, «JJ3» mit Gummischrot und Knallgeschossen die nächtlichen Dorfbesuche auszutreiben. Deshalb sahen die Behörden keinen anderen Ausweg als den Abschuss.

Vereine boten ohne Erfolg Bären-Asyl

«JJ 3» sei zum Sicherheitsrisiko für Menschen geworden, betonten die Schweizer Behörden. Der Bär habe sich nicht von seinem Verhalten abbringen lassen. Doch noch vergangene Woche war «JJ3» verschiedentlich Asyl angeboten worden. Der Berner Tierpark Dählhölzli, die Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» und die Stiftung für Bären forderten, den Unruhestifter lebend einzufangen. Sie wollten ihn anschließend artgerecht unterbringen. Die Behörden hatten sich aber schon damals gegen diese Variante ausgesprochen. «Das Einsperren eines an die Wildnis gewöhnten Bären ist aus tierethischen Gründen nicht vertretbar», sagte der Bündner Jagdinspektor Georg Brosi damals.

Bärenfreunde tragen Trauer
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Kein Verständnis für den Abschuss zeigte der World Wild Life Found (WWF). «JJ3» sei nie aggressiv gegenüber Menschen geworden, erklärte die Umweltorganisation. Die Behörden hätten die Chance verpasst, die Auseinandersetzung mit einem «Problembären» in der Öffentlichkeit auszutragen und die Bevölkerung für eine bärengerechte Abfallentsorgung zu sensibilisieren. Der WWF, der mit der baldigen Einwanderung von weiteren Bären in die Schweiz rechnet, will nun eine Beschwerde gegen den Abschuss prüfen. Damit könnten eventuelle Änderungen im Konzept der Behörden mit Bären bewirkt werden.

Viele Probleme in der Familie

Bruno wohnt jetzt in einem Münchner Museum
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«JJ3» stammte aus einer regelrechten Problemfamilie: Bereits seine Mutter «Jurka» suchte immer wieder in Siedlungen Nahrung. Deshalb wurde sie in Italien eingefangen und in ein Gehege gesperrt. Ihr erster Sohn «Bruno» wurde im Sommer 2006 in Bayern erschossen und ist nun ausgestopft in einem Münchner Museum zu sehen. «MJ4» hat zwar mit «Jose» denselben Vater wie «JJ3», aber eine andere Mutter, die Menschen und Häuser stets gemieden hatte. (AP)


 
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