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Vermisstes Mädchen: 

Maddies Eltern fühlen sich verunglimpft

11. Apr 2008 10:17
Die spanische Presse greift sie an
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Die McCanns sind entsetzt über ein Informationsleck bei der portugiesischen Polizei. Details aus Verhörprotokollen wurden bekannt: Madeleine habe sich am Morgen ihres Verschwindens beklagt, dass sie vernachlässigt werde.

Die Eltern der in Portugal verschwundenen Madeleine haben mit Empörung darauf reagiert, dass ihre Aussagen bei der dortigen Polizei an die Medien weitergegeben wurden. Dies sei der Versuch einer «gezielten Verunglimpfung», erklärte der Sprecher von Kate und Gerry McCann am Freitag.

Spanische Medien hatten unter Nutzung portugiesischer Polizeiprotokolle berichtet, dass Madeleine am Morgen des Tages ihres Verschwindens ihre Eltern klagend gefragt habe, warum sie in der Nacht zuvor nicht auf ihr Weinen und das ihrer Zwillingsschwestern reagiert und sie in der Ferienwohnung in der Algarve alleingelassen hätten.

Die McCanns hätten dies unmittelbar nach dem Verschwinden der damals dreijährigen Madeleine am 3. Mai 2007 bei der portugiesischen Polizei zu Protokoll gegeben, sagte ihr Sprecher Clarence Mitchell. Sie hätten dies und etliche andere Details berichtet, um der Polizei alle Informationen zu geben, die eventuell zur Aufklärung des Verschwindens ihrer Tochter beitragen könnten.

Jede Stunde nach Kindern geschaut

Die McCanns hätten ebenfalls erklärt, dass Madeleines Bemerkung sie ratlos gemacht habe, denn sie hätten jede halbe Stunde nach den Kindern geschaut. Zudem habe eine Freundin der Eltern, Rachael Oldfield, die sich in der Ferienwohnung neben jener der McCanns aufhielt, der Polizei berichtet, kein Weinen gehört zu haben.

Es sei unglaublich, dass dieses Polizeidokument, «das doch durch Portugals Geheimhaltungsgesetze geschützt sein sollte, nun an spanische Medien weitergegeben wurde - und zwar ausgerechnet an dem Tag«, als sie die McCanns vor dem Europaparlament aufgetreten seien. Dies sei «ein eklatanter Versuch, ihre Arbeit in Europa zu unterminieren».

Forderung der McCanns: europaweites Alarmsystem

Madeleines Eltern hatten am Donnerstag Europas Regierungen aufgerufen, rasch ein grenzübergreifendes Alarmsystem für vermisste Kinder aufzubauen. Im Europaparlament in Brüssel sagten Gerry und Kate McCann, ein solches System hätte die Chancen erhöht, ihre Tochter wiederzufinden.

Gerry und Kate McCann sind seit vergangenem September Verdächtige in dem Fall. Derzeit werden Freunde von ihnen, die damals mit in der Ferienanlage in Praia da Luz wohnten, im Beisein portugiesischer Ermittler von britischen Kriminalisten erneut vernommen. Die McCanns wurden zudem gebeten, sich an einer polizeilichen Rekonstruktion der Begebenheiten in der Nacht von Madeleines Verschwinden zu beteiligen. (dpa)

 
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