08.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Ein kleiner Eisbär ganz groß
Der Medienhype um das Eisbärenmädchen Flocke reißt nicht ab. Es gibt Flocke-Frühstücksets, Postkarten und einen eigenen Song. Das Tierbaby wurde das erste Mal vor hunderten Medienvertretern präsentiert. Mit Video ...
Flocke, das Nürnberger Eisbärbaby, hat seinen großen Medienauftritt gehabt. 350 Fotografen, Journalisten und Filmteams kamen, um das Eisbärenmädchen bei seinem ersten Tag im Freigehege zu beobachten. Kein Wunder, denn Flocke bewegt die Welt.
Von der Lokalzeitung über Fudji-TV aus Japan bis hin zum Fernsehsender CNN interessierten sich Medienteams für das Tierbaby. Auf ARD und etlichen Privatsendern konnte man Flockes erste Schritte im Außengehege via Lifestream beobachten. Angebote von Exclusiv-Verträgen von Medien hatte die Stadt abgelehnt. Es sollte ja alles gerecht zu gehen.
Der Medien-Hype um das Eisbärenmädchen dürfte auch weiterhin nicht abreißen. Auf der offiziellen Flocke-Homepage wird das Tierbaby nach allen Regeln der Kunst vermarktet. Videos zeigen Flocke beim Schlafen, Milch trinken und Fell kämmen. Süß, wie sie sich auf dem Boden wälzt und scheu den großen Zeh ins Wasser steckt, um sich dann doch gegen das Schwimmbecken zu entscheiden.
Mit dem Flocke-Tagebuch erreicht jede Neuigkeit sofort die Welt. «Neugierig knabbert sie an kleinen Fleischstücken und probiert es auch mit Fisch. Absolute Lieblingsspeise ist derzeit Hundefutter mit Milch.», schreiben dort die Pfleger. In der Rubrik «Häufige Fragen» erklären sie was der eingefleischte Flocke-Fan wissen muss. Zum Beispiel: «Bekommen Eisbären Milchzähne?»
Der Aufwand ist nicht umsonst. Im Gästebuch überschlagen sich die Flocke-Liebhaber. «Liebste kleine goldige süße Flocke! Für Deinen heutigen allerersten »ganz großen« Auftritt alles Gute!», heißt es da. Und ab Mittwoch können die Fans ihre Flocke selbst besuchen. Eine riesige Geldquelle für den Nürnberger Zoo.
Mit bis zu 25.000 Besuchern rechnen die Zoo-Verantwortlichen am Mittwoch bei gutem Wetter. Und das, obwohl nur 500 Besucher auf der Tribüne vor Flockes Gehege Platz finden. Aber wenn der Andrang zu groß wird, müssen die Besucher eben nach 15 Minuten ihren Platz für die nächste wartende Gruppe räumen. Außerdem wird der Zoo zwei Verfolgungskameras aufstellen, damit alle Besucher den kleinen Eisbären auf großen Leinwänden sehen können.
Die Marke «Flocke» brummt. Schon im Januar hatte die Stadt Nürnberg die Marken «Flocke» und «Eisbär Flocke» beim Patent- und Markenamt angemeldet. Kurzzeitig wollte die Firma Fair Field GmbH der Stadt den Platz streitig machen, aber nach einem Gerichtsverfahren sind die Rechte an Flocke wieder geklärt.
Zusammen mit dem Versandhaus Quelle vertreibt die Stadt ihre Flocke-Produkte in ganz Deutschland. Vom Strampelanzug bis zum Frühstücksset bekommt der Fan hier alles mit Flocke Motiv. Und auch zur Imagepflege der Stadt wird das Eisbärmädchen gern genommen. Seit Ende März prangt Flocke auf Plakaten an Nürnberger Bushaltestellen. «Knut war gestern», steht darunter. (nz)
Flocke hat Durst