Oldenburger Holzklotzattentat:
Polizei erwägt Massen-Gentest
04. Apr 2008 09:28, ergänzt 10:44
 |  Ein sechs Kilo schwerer Klotz durchschlug die Frontscheibe | Foto: dpa |
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Die Oldenburger Polizei hofft, auf dem Holzklotz verwertbare Hinweise auf die Täter zu finden. Sollte dies der Fall sein, könnten über 1000 Jugendliche zur Abgabe ihrer DNS aufgerufen werden.
Nach der tödlichen Holzklotzattacke bei Oldenburg schließt die niedersächsische Polizei bei verlässlichen DNS-Spuren einen Massengentest nicht aus. Sollten solche Spuren am Holzklotz, mit dem am Ostersonntag eine zweifache Mutter vor den Augen ihrer Familie getötet worden war, gefunden werden und ein Abgleich mit Datenbanken erfolglos bleiben, sei dies ein denkbares Mittel auf der Suche nach den Tätern. Dies sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.
Nach einem Zeitungsbericht könnten von einem möglichen Massen-Gentest etwa 1200 Jugendliche betroffen sein. Sollte die Polizei zu diesem Mittel greifen, müssten nach Informationen der Oldenburger «Nordwest-Zeitung» im Umkreis des Tatorts alle 16- bis 20-Jährigen zur Speichelprobe. Das Blatt beruft sich auf Polizeikreise.
Spurensuche wird dauern
Spezialisten des Landeskriminalamtes untersuchen derzeit den sechs Kilogramm schweren Klotz auf Faser-, Blut- und Hautpartikel. Indes gingen nach zwei Fernsehsendungen am Mittwochabend mit Zeugenaufrufen bis zum Donnerstagnachmittag mehr als 200 Hinweise ein. Insgesamt liegen den Fahndern nun 450 Spuren vor.
Ergebnisse der Holzklotz-Untersuchung sind indes nicht so schnell zu erwarten. «Das geht Millimeter für Millimeter», sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes. Auch Fingerabdrücke würden gesucht, die Chancen seien jedoch gering. Am wahrscheinlichsten sei es, dass Faserspuren gefunden würden. Bei dem Klotz handele es sich um gesägtes Pappelholz, das wahrscheinlich für ein Kaminfeuer bestimmt gewesen sei. Die Rinde habe sich durch Verwitterung bereits abgelöst. (dpa/AP)