03. Apr 2008 16:32
Bei dieser Misswahl in Angola waren nur Frauen mit amputierten Gliedmaßen zugelassen. Am Ende gab es zwei Gewinnerinnen und eine Menge Wirbel um Millionen verbleibender Landminen.
Die Frauen, die künstliche Gliedmaßen hatten, zeigten sich in der vom angolanischen Fernsehen übertragenen Veranstaltung in Abendkleid und Badekleidung. Die 25- jährige Maria Restino Manuel wurde im Internet mit 2800 Stimmen zur Siegerin gewählt. Bei einer Gala-Veranstaltung am Abend bekam dann auch die von einer Jury gewählte Augusta Urica (31) die Schärpe der «Miss Landmine» umgehängt. Als Preise erhielten beide jeweils einen Gutschein für eine maßgefertigte Prothese. Der Schönheitswettbewerb soll auf die Gefahr von Landminen aufmerksam machen, die während des 27 Jahre langen Bürgerkriegs in Angola verlegt wurden. Auch sechs Jahre nach Ende des Krieges sind Teile des Landes von schätzungsweise acht Millionen Minen verseucht.
Die fordern nach Schätzungen der Vereinten Nationen jährlich weit mehr als 300 Opfer. Auch die beiden Preisträgerinnen sind von einer Mine verstümmelte Bürgerkriegs-Opfer. Manuel war 1998 bei der Flucht vor Soldaten auf eine Landmine getreten und hatte ein Bein verloren. Die Zahl der Kriegsversehrten in Angola wird auf knapp 100 000 geschätzt.Der Wettbewerb wird von der Regierung und der Europäischen Union unterstützt. Organisiert wurde die Misswahl von dem norwegischen Künstler Morten Traavik, der erschüttert vom Leid der Opfer etwas für die verstümmelten Überlebenden dieser heimtückischen Sprengkörper tun wollte. (dpa/AP)