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Kanadisches Fangschiff gekentert: 

Robbenjäger sterben in eiskaltem Wasser

31. Mrz 2008 17:05
Die Robbenjagd in Kanada ist sehr umstritten
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Die Jagd auf Sattelrobben in Kanada hat mit einer menschlichen Tragödie begonnen: Ein Fangschiff kenterte, fünf Insassen stürzten ins eiskalte Wasser. Tierschützer boten ihre Hilfe bei der Rettung an.

Beim Kentern ihres Fangschiffes sind vor der ostkanadischen Küste drei Robbenjäger im eiskalten Wasser ums Leben gekommen. Wie der kanadische Fernsehsender CTV am Samstag weiter berichtete, suchten Taucher vor Neuschottland noch einen Vermissten. Zwei Robbenjäger konnten gerettet werden. Das Schiff aus Québec hatte am Freitag Probleme mit der Steuerung gemeldet und wurde von der Küstenwache abgeschleppt, als es kenterte. Der Zwischenfall ereignete sich rund 70 Kilometer nördlich von Cape Breton.

Das Fangschiff gehörte zu einer Gruppe von 15 weiteren, die am Freitag mit rund 100 Jägern an Bord an der kanadischen Ostküste zur Robbenjagd ausliefen. Dickes Eis behinderte die Schiffe nach Angaben des Fischereiministeriums. Zwei der Schiffe meldeten am Freitagabend eindringendes Wasser, ein weiteres mechanische Probleme. Die kanadische Regierung hat insgesamt 275.000 Robben zur Tötung freigegeben, das sind rund 5000 mehr als im vergangenen Jahr. Tierschützer kritisieren die Robbenjagd trotz neu erlassener Regeln als grausam.

Nach dem Unglück wurde die Jagd einem Bericht der Berliner Zeitung zufolge zwar nicht formell ausgesetzt, die Robbenjäger vor den Marshall-Inseln brachen sie aber vorläufig ab. Das Unglück überdeckte den Streit zwischen Robbenjägern und Tierschützern am Wochenende. Die Tierschutzorganisation Ifaw bot laut dem Zeitungsbericht Hubschrauber zur Suche und Bergung der Verunglückten an. Zugleich bekräftigen Tierschützer ihre Forderungen nach einem Ende der Jagd, bei der – wie das Unglück zeige – Robben nicht das einzige Opfer seien.

Importverbot für Robbenprodukte

Die deutsche Regierung will derweil Robben besser schützen und plant ein Import- und Handelsverbot für Robbenprodukte. Bundesargrarminister Horst Seehofer klärt dabei den Gesetzentwurf mit der Europäischen Kommission und dem Welthandelsrecht ab, teilt das Bundeslandwirtschaftsministerium mit. Hintergrund seien zwei anhängige Verfahren der Welthandelsorganisation (WTO) gegen Belgien und die Niederlande, die bereits ein Import von Roppenprodukten erlassen haben. An den Robbenfellen ist besonders die Modeindustrie in Norwegen, Russland und China interessiert.

Gegen die kommerzielle Robbenjagd in Kanada protestierte am Montag eine Gruppe von Tierschützern vor dem Kanadischen Konsulat in der Hamburger Innenstadt. Die Teilnehmer der Aktion spielten die Tötung der Robben mit Stofftieren nach und verteilten Flugblätter. Der Organisator Helmut Treib kritisierte die grausamen Methoden der Jagd und forderte einen europaweiten Importstopp von Robbenprodukten. (nz/AP/dpa)


 
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