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Nach Holzklotz-Attacke: 

Polizei überprüft 350 Personen in Oldenburg

26. Mrz 2008 13:59
Der Klotz blieb im Auto liegen
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Noch immer fehlt den Ermittlern eine heiße Spur zu dem Täter, der in der Osternacht ein Holzstück auf ein fahrendes Auto warf und dadurch eine Frau tötete. Er könnte ganz spontan gehandelt haben, meint ein Experte.

Nach dem tödlichen Holzklotz-Wurf von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg prüfen Fahnder derzeit rund 350 Personalien. «Es gibt nach wie vor keine heiße Spur», sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch zu dem Vorfall in Niedersachsen. «Wir stehen am Anfang der Ermittlungen und die brauchen Zeit.»
Die eingegangenen Hinweise stammten von Autofahrern und Fußgängern und seien sehr unterschiedlich. So seien zur Tatzeit am Ostersonntag Spaziergänger, Mofafahrer oder auch kleinere Gruppen beobachtet worden. Die Brücke sei wegen der Osterfeuer am Sonntag stärker frequentiert gewesen als normal.

23 Beamte ermitteln

Der sechs Kilo schwere Holzklotz hatte die Windschutzscheibe eines vorbeifahrenden Autos durchschlagen und dabei eine zweifache Mutter vor den Augen ihrer Familie getötet. Der 36 Jahre alte Ehemann, der am Steuer saß, sowie die neun und sieben Jahre alten Kinder erlitten einen schweren Schock. Die aus Nordrhein-Westfalen stammende Familie war auf dem Rückweg aus dem Urlaub an der See. Die 23-köpfige Sonderkommission geht Hunderten von Hinweisen nach.

Experte: Gelegenheit macht Täter

«Soweit man Brückenwerfer bis heute kennt, machen sie sich keine Gedanken über die Folgen ihres Handelns», sagte der Münchner Psychologe Georg Sieber der «Süddeutschen Zeitung». «Menschen, die Dinge von Brücken werfen, tun das in der Regel ohne Tötungsabsicht.» Sie brächten die Autos unter der Brücke nicht mit den darin sitzenden Menschen in Verbindung.

Zur Motivation sagte der Psychologe, dass meist die Gelegenheit sie zu Tätern mache. «Ich kenne keinen Fall in den 40 Jahren, die ich die Polizei beraten habe, in dem sich ein Täter vorgenommen hat: Jetzt gehe ich zu der Brücke und werfe etwas herunter.» (dpa)

 
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