Attacke auf der Autobahn:
Frau durch Einschlag von Holzklotz getötet
24. Mrz 2008 15:31, ergänzt 19:59
 |  Der Klotz blieb im Auto liegen | Foto: dpa |
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Schockierendes Verbrechen in der Osternacht: Ein unbekannter Täter ließ von einer Brücke bei Oldenburg ein schweres Holzstück auf ein Auto krachen. Die Beifahrerin starb. Die Polizei ermittelt wegen Mordes.
Ein Unbekannter hat am Sonntagabend von einer Brücke bei Oldenburg einen Holzklotz auf das Auto einer Familie geworfen und damit die Mutter vor den Augen ihrer beiden Kinder getötet. Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach einem Täter, dem Mord zur Last gelegt wird.
Die vierköpfige Familie befand sich mit ihrem 3er BMW gegen 20 Uhr auf der A29 zwischen dem Autobahnkreuz Nord und der Abfahrt Ohmstede, als plötzlich ein etwas sechs Kilo schwerer Holzklotz die Windschutzscheibe des Wagens auf der Beifahrerseite durchschlug. Die 33-jährige Mutter wurde getroffen und erlag noch vor Ort ihren schweren Verletzungen. «Der 36-jährige Ehemann erschrak fürchterlich, nahm nur einen lauten Knall wahr und lenkte seinen Wagen auf den Standstreifen», erklärte Polizeisprecher Sascha Weiß.
Mann und Kinder haben kaum äußere Verletzungen
Für die Frau kam jede Hilfe zu spät. Ihr Mann und die hintensitzende siebenjährige Tochter haben keine körperlichen Verletzungen. Der neunjährige Sohn erlitt wegen umherfliegender Splitter jedoch eine leichte Schnittverletzung unter dem rechten Auge. Die Überlebenden wurden vom Roten Kreuz betreut und nach Hause gefahren. Die Familie stammt aus Warendorf in Westfalen.
Die Polizei bildete eine Mordkommission mit 22 Beamten. Noch am Abend stellten Polizisten die Personalien unter anderem von Teilnehmern nahe gelegener Osterfeuer fest, die möglicherweise Hinweise auf die Tat geben könnten. Für eine Beziehungstat hat die Polizei nach eigenen Angaben keine Hinweise. Die Familie sei vermutlich zufällig Opfer des Verbrechens geworden.
Belohnung ausgesetzt
Drei Ermittlerteams hatten am Montag das Wohngebiet nahe des Tatorts durchforstet und Anwohner befragt. Die Brücke über der Autobahn verbindet zwei Ortsteile von Oldenburg miteinander. Die Polizei geht davon aus, dass zur Zeit des schrecklichen Unglücks viele Einwohner dort unterwegs waren und etwas gesehen haben könnten.Die Ermittler hoffen vor allem auf Hinweise aus der Bevölkerung zu dem Spaltklotz. Er hat einen Durchmesser von 18 Zentimetern und ist 24 Zentimeter lang. Außerdem sucht die Polizei Zeugen, die sich am Sonntagabend in der Nähe der Brücke aufhielten. Für Hinweise zur Ergreifung des Täters wurde eine Belohnung von 3.000 Euro ausgesetzt.
Ähnlicher Vorfall bei Oldenburg vor acht Jahren
Bereits im November 2000 hatten Unbekannte einen 40 Kilogramm schweren Findling von einer Brücke bei Oldenburg auf eine Autobahn geworfen. Der Stein schlug in ein Auto ein, nur 20 Zentimeter neben dem Fahrer.Von Autobahnbrücken geworfene Gegenstände haben schon viele Menschen getötet: Schwerste Folgen hatten die Steinwürfe von einer Autobahnbrücke bei Darmstadt im Februar 2000. Zwei Autofahrerinnen wurden getötet und fünf Personen teilweise schwer verletzt. Drei amerikanische Schüler im Alter von damals 14, 17 und 18 Jahren gestanden die Tat. Als Tatmotiv gaben sie Langweile und Erlebnishunger an. Sie bekamen sieben bis achteinhalb Jahre Haft.
1995 warf ein 20-Jähriger bei Eberswalde in Brandenburg einen 20 Kilogramm schweren Feldstein auf einen polnischen Lastwagen und tötete den Beifahrer. 1993 erschlug ein 15-jähriger Schüler bei Kirchhellen im Ruhrgebiet einen 19-Jährigen mit einem aufs Auto geworfenen Betonklotz. (nz/dpa/AP)