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Verschwundene Madeleine: 

Zeitungen entschuldigen sich bei Maddies Eltern

19. Mrz 2008 13:02
Madeleines Eltern werden entschädigt
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Die portugiesische Polizei vermutet, dass Madeleines Eltern das Kind versehentlich getötet haben und dann verschwinden ließen. Britische Zeitungen sehen das nicht mehr so, sie zahlen den Eltern sogar Schadensersatz.

Britische Zeitungen haben sich bei den Eltern der verschwundenen kleinen Madeleine wegen verzerrter Berichterstattung entschuldigt und zahlen Schadenersatz. Die Boulevardzeitungen «Daily Express» und «Daily Star» druckten am Mittwoch auf ihren Titelseiten Entschuldigungen und betonten, mehrere Artikel über Gerry und Kate McCann hätten den falschen Eindruck vermittelt, dass diese am Verschwinden ihrer Tochter schuld seien. Schadenersatz in «beträchtlicher Höhe» werde auch für Veröffentlichungen in den beiden Sonntagsblättern «Express on Sunday» und «Star on Sunday» gezahlt.

Alle vier Blätter erscheinen im Verlagshaus Express Newspapers. Es geht um mehr als 100 Artikel in den vier Zeitungen. Die britische Nachrichtenagentur PA berichtete, dass sich der Schadenersatz voraussichtlich auf 550.000 Pfund belaufen soll. Das Geld soll an den «Find-Madeleine»-Fonds gehen, aus dem die Suche nach dem vier Jahre alten britischen Mädchen finanziert wird. Anwälte der McCanns hatten die Berichte als grobe Verleumdung bezeichnet und auf Entschädigung gepocht.

Es sei ein «noch nie dagewesener Schritt», eine Entschuldigung auf der Titelseite zu drucken, schrieb der «Daily Express» in der Mittwochsausgabe. «Wir räumen ein, dass es keinerlei Beweise für die Theorie gibt und dass Kate und Gerry vollkommen unschuldig am Verschwinden ihrer Tochter sind.» Ähnlich äußerte sich der «Daily Star».

Die Artikel waren erschienen, nachdem das Ärzteehepaar aus Mittelengland im vergangenen September selbst als verdächtig in dem Fall bezeichnet wurde. Die portugiesische Polizei vermutet weiterhin, dass die Eltern ihr Kind aus Versehen getötet haben und anschließend den Fall vertuschen wollten. Die McCanns beteuerten jedoch stets ihre Unschuld. Madeleine war am 3. Mai 2007 aus einem Ferienressort in Südportugal verschwunden. (dpa)

 
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