18. Mrz 2008 15:55
Deutschlands einzige Schlecker-Filiale, die keine Kondome verkauft, ist eine Touristenattraktion. Das dafür verantwortliche Bistum zeigt sich ironiefrei: «Ich weiß nicht, was daran kurios sein soll.»
Laut einer vor Jahren im Mietvertrag verankerten Sittenklausel darf die Firma in dem Laden keine Artikel verkaufen, die dem Ansehen der Kirche schaden könnten. Die Filialleiterin findet diese Haltung nicht zeitgemäß und beklagt, dass sie Kunden immer wieder zur Konkurrenz schicken muss. Das Bischöfliche Generalvikariat in Fulda bleibt gelassen: «Ich weiß nicht, was daran kurios sein soll», sagte Bistumssprecher Christof Ohnesorge und argumentierte, «die Kirche kann nicht einerseits mechanische Verhütungsmittel ablehnen, aber andererseits dulden, dass in einem Haus der Kirche mit Kondomen Geschäfte gemacht werden.» Bei Einheimischen und Touristen sorgt das umstrittene Kondom-Verkaufsverbot für Gesprächsstoff. Bei Stadtführungen machten Touristen sogar Fotos von dem Drogerie-Markt als Andenken an eine skurrile Anekdote, sagte eine Fremdenführerin. (dpa)