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Nach dem Karikaturen-Streit: 

Araber boykottieren vermehrt dänische Produkte

13. Mrz 2008 14:15
Die Mohammed-Karikaturen in dänischen Zeitungen
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Stiller Protest der arabischen Welt: Nach der erneuten Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in dänischen Zeitungen haben die Einwohner der Golfregion ihre Taktik geändert.

Die dänische Regierung zeigt sich besorgt. Denn nach der erneuten Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen boykottieren immer mehr arabische Konsumenten dänische Waren. Wie ein Sprecher des dänischen Außenministeriums am Donnerstag im Rundfunk sagte, würden vor allem die Exporteure von Nahrungsmitteln, aber auch von Pharmaprodukten, über «massive Absatzrückgänge» in Ländern wie Saudi-Arabien, Jemen und Ägypten sowie anderen Staaten der Golfregion berichten.

Dänische Zeitungen hatten die zuerst 2005 erschienenen Karikaturen aus der Zeitung «Jyllands-Posten» im Februar erneut abgedruckt, als drei islamistische Zuwanderer wegen angeblicher Mordpläne gegen den Karikaturisten Kurt Westergaard festgenommen wurden. Im Gefolge der massiven Protestwelle in der islamischen Welt gegen die erste Veröffentlichung, bei der über 150 Menschen ums Leben gekommen waren, hatte vor allem der größte dänische Molkereikonzern Arla zeitweise kaum noch Produkte in arabischen Ländern absetzen können.

Dänen vermuten langfristigen Boykott

Wie aus dem Außenministerium verlautete, sei die zweite Boykottwelle möglicherweise «langfristiger und nachhaltiger», weil sie ohne eine Welle von Demonstrationen und großen Schlagzeilen in Gang gekommen sei. «Es sind jetzt die Verbraucher selbst und keine Regierungen oder religiösen Anführer, die den Boykott in Gang gesetzt haben», sagte ein Sprecher des dänischen Exportrats.

Die Karikaturen werden in der islamischen Welt als Provokation und Verletzung des Abbildungsverbotes für den Propheten Mohammed kritisiert. Dänemarks größte und betont islam-kritische Zeitung «Jyllands-Posten» hatte die Veröffentlichung als Aktion gegen eine von ihr vermutete Tendenz zu zunehmender Selbstzensur begründet. Muslime müssten sich wie alle anderen in einer freien Gesellschaft daran gewöhnen, lächerlich gemacht und verspottet zu werden, hieß es weiter. (dpa)

 
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