Unglück bei Bayer in Wuppertal: 

netzeitung.deZahlreiche Menschen bei Chemieunfall verletzt

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Unglück bei Bayer in Wuppertal 

Lupe Zahlreiche Menschen bei Chemieunfall verletzt

Bei Reparaturarbeiten sind giftige Dämpfe entwichen. Erst nach einer halben Stunde konnte das Leck geschlossen werden. Der Sturm kam den Rettungskräften zu Hilfe und verhinderte Schlimmeres.

Bei einem Chemieunfall auf dem Wuppertaler Bayer-Gelände ist am Mittwoch giftiges Ammoniak ausgetreten. Insgesamt 30 Menschen mussten nach Angaben der Feuerwehr wegen Verdachts auf Atemwegsreizung ärztlich behandelt werden. Sie hätten den Giftstoff berührt oder eingeatmet, hieß es.

Das Gas war nach Unternehmensangaben gegen um 08.23 Uhr morgens bei Reparaturarbeiten aus einer undichten Apparatur entwichen. Der Gasaustritt konnte nach einer halben Stunde gestoppt werden. Die Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Wegen des Einsatzes musste auch die Wuppertaler Schwebebahn, die direkt durch den Chemiepark fährt, den Betrieb einstellen.

Sturm verteilte Giftwolke
Sturmtief «Kirsten» trug dazu bei, dass sich der Giftstoff verhältnismäßig schnell verflüchtigte. «Die Wetterlage hat uns in die Hände gespielt», sagte ein Feuerwehrsprecher. Zudem setzte die Feuerwehr einen Wasserschleier ein, um das Ammoniak aus der Luft zu waschen. Etwa 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Nach rund vierstündigen Reparaturarbeiten hatte sich die Lage am Mittag wieder normalisiert. Luftmessungen hätten keine bedenklichen Ammoniakkonzentrationen mehr ergeben, teilte Bayer mit.

Großer Unfall vor rund 10 Jahren
Ammoniak ist ein giftiges, stechend riechendes Gas, das Augen und Atemwege reizen kann. Vor rund einem Jahrzehnt hatte ein Störfall bei Bayer in Wuppertal bundesweit Schlagzeilen gemacht: Durch eine Explosion und ein Feuer waren im Juni 1999 mehr als 100 Menschen verletzt worden. (nz/dpa/AP)