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Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt: 

Schmiergeldvorwürfe gegen Professoren

11. Mrz 2008 16:24
Wurden Doktortitel massenhaft erkauft?
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69 Doktoranden macht 184.000 Euro. So mag ein Professor gedacht haben, der sich vor Gericht wegen Bestechlichkeit verantworten muss. Die Studenten hatten eigentlich zu schlechte Noten für ihre Promotion.

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Bestechlichkeit in der Professorenschaft. Mehr als 1000 Fälle werden nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft jetzt überprüft, berichtet WDR.de. Heute wurde ein Institut für Wissenschaftsberatung in Bergisch Gladbach durchsucht.

Die Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft stehen nach Angaben des Justizsprechers in Zusammenhang mit einem Prozess vor dem Landgericht Hildesheim. Dort muss sich seit Februar 2008 ein Professor vor Gericht verantworten, der für die Betreuung von 69 Doktoranden von einer Promotionsagentur nach eigenem Eingeständnis 184.000 Euro erhalten hatte. Der Professor hat das bereits gestanden. Verantwortliche des Instituts wollten sich noch nicht zu dem laufenden Verfahren äußern.

Der Verdacht der Ermittler: Weitere Professoren sollen mit Summen bis zu 5000 Euro bestochen worden seien, Akademiker als Doktoranden anzunehmen, die eigentlich die Voraussetzungen für eine Promotion nicht erfüllten. Vermittler seien dabei Institute zur Promotionsberatung ewesen. Bestätigt sich der Verdacht der Ermittler, droht den Verantwortlichen des Instituts ein Verfahren wegen Bestechung, den beteiligten Professoren eine Anklage wegen Bestechlichkeit. Auch die Doktoranden könnten wegen Beihilfe zur Bestechung zur Rechenschaft gezogen werden, sagte der Sprecher der Kölner Justizbehörde Günther Feld.

Der Verdacht, dass auch die Doktorarbeiten selbst manipuliert worden seien, bestehe dagegen bislang nicht, sagte der Sprecher. Der Umfang der Affäre sei noch offen, sagte Feld. «Wir gehen nicht davon aus, dass es sich um eine regionale Geschichte handelt. Wir wissen, dass das Institut bundesweit tätig ist, so dass der Verdacht besteht, dass auch bundesweit solche Fälle bekannt werden», zitierte WDR.de den Justizsprecher.

Ein Prozent der Doktortitel verdächtig

Nach Angaben des Deutschen Hochschulverbandes werden jährlich bundesweit rund 26.000 Doktortitel vergeben. Schätzungen zufolge komme ein Prozent davon mit unlauteren Mitteln zustande. Professor Bernhard Kempen, Vorsitzender des Hochschulverbandes, hält Institute zur Promotionsberatung grundsätzlich für problematisch. Sie stünden unter dem Pauschalverdacht, den Doktoranden wissenschaftliche Arbeiten, die eigenständig zu erbringen sind, teilweise abzunehmen. (nz/dpa/AP)

 
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