Gläubige Entscheidungen getroffen: 

netzeitung.deBlair wird Religions-Dozent

 Herausgeber: netzeitung.de

Der gläubige Katholik Blair (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der gläubige Katholik Blair
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach seinem Übertritt zum Katholizismus wird der britische Ex-Premier Blair in Yale ein Seminar zum Thema Religion und Globalisierung leiten. Blair hatte erklärt, der Glaube habe seine politischen Entscheidungen beeinflusst.

Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair (54) hält künftig ein Religions-Seminar an der amerikanischen Eliteuniversität Yale. Blair werde im kommenden akademischen Jahr unter anderem Veranstaltungen zum Thema Glaube und Globalisierung anbieten, teilte die Universität im US-Bundesstaat Connecticut auf ihrer Internetsite mit.

Blair hat ein starkes Interesse an Religion und war erst kurz vor Weihnachten zum Katholizismus übergetreten. Er hatte eingeräumt, dass sein Glaube auch umstrittene politische Entscheidungen wie den Einmarsch im Irak beeinflusst habe.

Der Auftrag in Yale ist einer von mehreren Nebenjobs, die Blair seit seinem Rücktritt im Juni 2007 innehat. Neben seiner Arbeit als Sondergesandter des Nahost-Quartetts berät er die US-Investmentbank JP Morgan sowie das Finanzinstitut Zurich. Für seine Memoiren soll er rund fünf Millionen Pfund bekommen. Seit Monaten wird zudem spekuliert, dass Blair der erste EU-Präsident wird. Es war nicht bekannt, wie viel Geld Blair für die Arbeit in Yale bekommt.

Das Programm der Universität steht auch in Verbindung mit der Initiative Blairs, eine Glaubens-Stiftung ins Leben zu rufen. Die Tony Blair Faith Foundation soll noch in diesem Jahr gegründet werden und den Austausch zwischen den Religionen fördern. Es sei besonders wichtig herauszufinden, wie religiöse Werte in der heutigen Welt «eher zu Aussöhnung als zur Polarisierung» beitragen könnten, sagte Yale-Präsident Richard Levin. Blair sei für diesen Auftrag besonders qualifiziert. Blairs ältester Sohn Euan studiert derzeit im zweiten Jahr Internationale Beziehungen an der Universität. (dpa)