03.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die BVG will mehr Sicherheitskräfte einstellen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Präsenz von Mitarbeitern in Berliner Bahnen und Bussen soll erhöht werden, um Gewalttaten einzudämmen. Die Schutzkräfte sollen jedoch nicht mit Schlagstock und Pfefferspray ausgestattet werden.
Nach den jüngsten Gewalttaten in Berliner Bussen und Bahnen wollen die Verkehrsbetriebe (BVG) bis zu 1000 zusätzliche Arbeitskräfte für die Sicherheit einstellen. Das teilte BVG-Betriebsvorstand Thomas Necker am Montag im rbb-Inforadio mit.
Es gehe darum, durch sichtbare Präsenz von Mitarbeitern in Fahrzeugen und auf den Anlagen der BVG die Sicherheit zu erhöhen. «Jeder Sicherheitsfall bei uns ist einer zu viel», sagte Necker. Die Erfolgsaussichten beurteilte er allerdings mit vorsichtiger Skepsis: «Ob man damit alles verhindern kann, das wage ich doch zu bezweifeln.»
Doppelstreifen wären notwendigEine Bewaffnung der Bus- und Bahnfahrer, etwa mit einem Stock oder Pfefferspray zur Verteidigung, schloss Necker grundsätzlich aus. «Das würde nur zu einer Eskalation führen und zu einer weiteren Gefährdung unserer Fahrer. Denn jede Waffe, die man zum Einsatz bringt, bringt wieder eine Gegenwaffe und steigert nur die Aggressivität.» Eine sinnvolle Maßnahme sei dagegen der Einsatz so genannter Doppelstreifen aus BVG-Mitarbeitern und Polizeibeamten. «Wenn es die Personal- und Kostensituation der Berliner Polizei zulässt, sind wir die ersten, die hier mitmachen», sagte er.
Am Wochenende hatten Randalierer in einem Bus den Fahrer niedergestochen und eine Frau, die eingreifen wollte, getreten. In einer U-Bahn wurde ein Fahrgast, der einen jungen Mann von Pöbeleien gegen Frauen und einen älteren Herrn abhalten wollte, bewusstlos getreten. In beiden Fällen entkamen die Täter. Darüber hinaus stieß in der S-Bahn, die nicht zur BVG gehört, eine junge Frau möglicherweise aus rassistischen Motiven einen dunkelhäutigen 19-Jährigen vor einem einfahrenden Zug aufs Gleis. Das Opfer konnte sich mit knapper Not retten, die Täterin wurde gefasst. (dpa/AP)